
Gold (XAU/USD) verzeichnet in der ersten Hälfte der europäischen Sitzung am Mittwoch moderate Verluste und notiert derzeit nahe der unteren Begrenzung seiner Intraday-Spanne bei rund 4.025 USD, etwa 0,85 % tiefer auf Tagessicht. Trotz schwächer als erwarteter US-Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) und Produzentenpreisindex (PPI) stützen die anhaltend hohen Ölpreise weiterhin die Erwartung, dass die Federal Reserve ihre straffere Geldpolitik bis zum Jahresende beibehalten wird. Dies wiederum stützt den US‑Dollar und fördert Kapitalabflüsse aus dem Edelmetall in Richtung der US‑Währung.
Laut den am Mittwoch vom U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlichten Daten sind die Verbraucherpreise im Juni unerwartet um 0,3 % zurückgegangen, nachdem sie im Vormonat nach unten revidiert noch um 0,6 % gestiegen waren. Auf Jahresbasis schwächte sich die Teuerung ebenfalls ab und fiel von 6,0 % im Mai auf 5,5 % im Juni. Dies stellt den stärksten monatlichen Rückgang des CPI seit April 2020 dar und signalisiert nachlassenden Inflationsdruck. Vor diesem Hintergrund reduzierten Marktteilnehmer ihre Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung der Fed, was den US‑Dollar auf den niedrigsten Stand seit dem 18. Juni drückte und die Goldpreise etwas unterstützte.
Gleichwohl bleiben die Inflationsrisiken im Zusammenhang mit Energiepreisen erhöht, da Öl weiterhin nahe seinen Monatshochs gehandelt wird – vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sowie Versorgungsstörungen in der Straße von Hormus.
Berichten zufolge haben die Vereinigten Staaten am Mittwoch neue Luftangriffe auf Irans Küstenverteidigungs- und Raketeninfrastruktur geflogen. Teheran reagierte mit Drohnen- und Raketenangriffen auf mit den USA verbundene Militäreinrichtungen in der Region. Zusätzlichen Druck auf die geopolitische Lage brachte eine Erklärung des US‑Präsidenten Donald Trump, wonach Angriffe auf kritische Infrastruktur Irans weiterhin möglich seien, sollte der Konflikt weiter eskalieren. Unterdessen warnte das Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), es sei bereit, den Konflikt auszuweiten, unter anderem durch Angriffe auf weitere Energieversorgungsrouten.
Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer stärkeren Beteiligung von Iran unterstützter Kräfte, einschließlich der Huthi im Jemen, was eine potenzielle Bedrohung für die Schifffahrt durch die Meerenge von Bab al‑Mandab darstellt. Infolgedessen bleiben die Ölpreise unterstützt, was die Inflationserwartungen stützt und das Argument für mindestens eine weitere Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte im Jahr 2026 stärkt. Damit dürfte der Abwärtsdruck auf den US‑Dollar begrenzt bleiben und es spricht dafür, dass sich das bärische Szenario für Gold kurzfristig durchsetzen dürfte.
Aus technischer Sicht steht XAU/USD weiterhin unter Druck, solange der Kurs unter dem 20‑Tage Simple Moving Average (SMA) notiert. Gleichzeitig verharren die Momentum‑Oszillatoren im negativen Bereich, was bestätigt, dass die Verkäufer die Kontrolle über den Markt behalten. Gelingt es dem Preis nicht, sich oberhalb der wichtigen Marke von 4.000 USD zu halten, könnte sich der Rückgang in Richtung des Jahrestiefs nahe 3.940 USD ausweiten. Auf der Oberseite stellt der 20‑Tage‑SMA den ersten Widerstand dar. Ein klarer Ausbruch und eine anschließende Konsolidierung darüber würden den Weg in Richtung der nächsten bedeutenden Widerstände ebnen, die vom 200‑Tage Exponential Moving Average (EMA) und dem 200‑Tage‑SMA markiert werden.
