Bitcoin hat sich auf 6.000 US-Dollar erholt und wird sich voraussichtlich weiter in Richtung der einzigen bärischen Fair Value Gap (FVG) im Tageschart bewegen. In diesem Fall können wir mit einem Anstieg um weitere 3.000–4.000 US-Dollar rechnen. Es ist jedoch wichtig, sich vor Augen zu halten, dass jeder Anstieg von Bitcoin derzeit lediglich eine Korrektur darstellt, die jederzeit enden kann – nicht zwingend innerhalb eines bestimmten Musters. Bitcoin wird weiterhin nahe seinen Jahrestiefs gehandelt, und die meisten unabhängigen und nicht interessengebundenen Experten prognostizieren weitere Rückgänge. Wir schließen uns diesen Prognosen vollumfänglich an und gehen davon aus, dass der Abwärtstrend noch nicht beendet ist. Es gibt keinerlei Anzeichen für ein Ende des bärischen Trends: Es sind weder bullische Muster noch Brüche in der bärischen Struktur erkennbar. Das fundamentale Umfeld bleibt ebenfalls negativ: Die Federal Reserve hat nicht die Absicht, den Leitzins im Jahr 2026 zu senken, Kapital fließt weiter in den AI-Sektor, die Spot-Nachfrage nach Bitcoin bleibt schwach, die Geopolitik ist instabil, und Miner passen ihre Ausrüstung an die Anforderungen künstlicher Intelligenz an. Wir sehen derzeit keinen Grund für einen kräftigen Anstieg von Bitcoin.
Unterdessen erklärte der bekannte Online-Analyst PlanB, der sein eigenes Stock-to-Flow-Prognosemodell entwickelt hat, dass das im vergangenen Jahr erreichte Hoch von 126.000 US-Dollar nicht den Gipfel des aktuellen Vierjahreszyklus darstellt. Nach Einschätzung von PlanB könnte Bitcoin zwischen 2026 und 2028 auf 500.000 US-Dollar steigen. Bitcoin könnte vorübergehend auf etwa 53.000 US-Dollar fallen, doch die Vierjahreszyklen seien weiterhin intakt und mit den Halvings verknüpft. Dem Analysten zufolge sollte 2026 das „Tief“ des Vierjahreszyklus markieren, und das nächste Allzeithoch (ATH) sollte 2029 erreicht werden. Jedes Halving etabliert ein neues Durchschnittsniveau für Bitcoin, das die künftigen Preise bestimmt.
Wir möchten daran erinnern, dass kein Trend ewig andauert. Die Halvings werden noch mindestens weitere 100 Jahre stattfinden, bis die letzte Coin gemined ist. Das würde bedeuten, dass Bitcoin für mindestens die nächsten 100 Jahre zum Anstieg „verurteilt“ ist, was absurd klingt. Natürlich ist in dieser Welt nichts unmöglich. Sollte sich die Geldmenge im nächsten Jahrhundert ausweiten, würden sowohl Bitcoin als auch die Aktienmärkte steigen. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass man sich bei Prognosen ausschließlich auf das Halving stützen kann. Damit Bitcoin auf 500.000 US-Dollar steigt, müssten die Investitionen sich um ein Mehrfaches erhöhen. Anleger müssten aufhören, Gelder in Gold, Silber, Aktienindizes, Einzelaktien und den AI-Sektor zu lenken.
Gesamtbild von BTC/USD im 1D-Zeitrahmen
Im Tageschart setzt Bitcoin die Ausbildung eines Abwärtstrends fort. Die Trendstruktur ist eindeutig bärisch, und die Change of Character (CHOCH)-Linie wurde auf 82.800 US-Dollar verschoben, da ein neues Lower Low (LL) gebildet wurde. Erst oberhalb dieses Niveaus kann man davon ausgehen, dass der bärische Trend abgeschlossen ist. Da es nach wie vor keine Signale für eine Trendumkehr nach oben gibt, gehen wir davon aus, dass der Rückgang weiter anhalten wird. Im Tageschart hat sich im Bereich von 68.000–70.700 US-Dollar eine bärische FVG gebildet. Innerhalb dieses Musters können sich neue Verkaufssignale herausbilden. Das Muster wurde bislang jedoch noch nicht „ausgearbeitet“.
Gesamtbild von BTC/USD im 4H-Zeitrahmen
Im 4‑Stunden-Chart befindet sich Bitcoin in einem Abwärtstrend, die übergeordnete Korrektur ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Nach der Abholung der Kauf-Liquidität setzte ein Anstieg ein, vor dem wir gewarnt hatten. In jüngster Zeit haben sich nur kleine, lokale FVGs gebildet, und die Reaktion darauf fiel in der Regel sehr schwach aus. Die zuletzt ausgebildete FVG ist bullisch. Der Kurs ist inzwischen zu dieser Zone zurückgekehrt und könnte darauf reagieren. Somit könnten Trader heute eine Gelegenheit finden, Long-Positionen zu eröffnen. Dennoch ist jeder Anstieg von Bitcoin derzeit eine reine Korrektur. Ob man diese Korrektur handelt, muss jeder Trader für sich selbst entscheiden.
Handelsempfehlungen für BTC/USD:
Bitcoin setzt die Ausbildung eines voll ausgeprägten Abwärtstrends fort. Wir rechnen weiterhin mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US-Dollar (dem 61,8 %‑Fibonacci-Level des dreijährigen Aufwärtstrends), auch wenn dieses Niveau im Grunde bereits angelaufen wurde. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass der Abwärtstrend hier endet. Das letzte bärische FVG‑Muster hat sich im Bereich von 68.000–70.700 US-Dollar im Tageschart gebildet, sodass diese Zone in den kommenden Wochen einen Point of Interest (POI) für Short-Positionen darstellt. Im 4‑Stunden‑Zeitrahmen setzt Bitcoin die zweite Phase der Korrektur fort, doch Short‑Trades bleiben attraktiver, da jeder Anstieg derzeit per Definition nur eine Korrektur ist. Innerhalb der bullischen FVG im 4‑Stunden‑Chart könnte sich ein Kaufsignal bilden.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
CHOCH – Change of Character in der Trendstruktur.
Liquidity – Stop-Loss- und Pending-Orders, die von Market Makern genutzt werden, um ihre Positionen aufzubauen.
FVG – Fair Value Gap. Der Kurs durchläuft solche Bereiche sehr schnell, was auf das vollständige Fehlen einer Marktseite hindeutet. Folglich neigt der Preis dazu, in diese Zonen zurückzukehren und darauf zu reagieren, um den Haupttrend fortzusetzen.
IFVG – Inverse Fair Value Gap. Nach der Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Kurs nicht darauf, sondern bricht ihn impulsiv, um ihn anschließend von der anderen Seite zu testen.
OB – Order Block. Die Kerze, in der der Market Maker eine Position zur Liquiditätsabholung eröffnet hat, um anschließend eine eigene Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.


