
Heute, am Freitag, befindet sich West Texas Intermediate (WTI), die US-Referenzsorte, in einer bullischen Konsolidierung vor dem Hintergrund des Risikos einer weiteren Eskalation zwischen den USA und Iran.
Das US-Militär hat seine Luftangriffe auf Iran nun bereits die sechste Nacht in Folge fortgesetzt, darunter ein Angriff auf einen leeren Öltanker mit Ziel Kharg Island – Teil einer erneuten Seeblockade iranischer Häfen. Iran greift seinerseits aktiv US-Militärstützpunkte in der Region an, was die Befürchtungen einer Rückkehr zu einem offenen Krieg verstärkt und das geopolitische Risiko auf einem hohen Niveau hält. Dieser Faktor hat weiterhin einen erheblichen Einfluss auf den Ölmarkt.
In Bandar Abbas im Süden Irans meldeten die lokalen Behörden Angriffe auf zivile Infrastruktur, darunter Kraftwerke und Bahnhöfe. Die Islamischen Revolutionsgarden Irans haben damit gedroht, den Konflikt auszuweiten, indem sie weitere regionale Energieversorgungsrouten ins Visier nehmen. Reuters berichtet außerdem, dass Iran die jemenitischen Huthi-Gruppen aufgefordert hat, bereit zu sein, eine Ölpipeline im Roten Meer lahmzulegen – eine weitere ernsthafte Bedrohung für die globale Energieversorgung.
Diese Ereignisse, zusammen mit dem reduzierten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, stützen die Ölpreise zusätzlich und bestätigen die Wahrscheinlichkeit weiterer Aufwärtsbewegungen. Vor der Eröffnung neuer Long-Positionen ist es jedoch sinnvoll, auf einen nachhaltigen Kursanstieg und einen überzeugenden Ausbruch über die aktuelle Handelsspanne zu warten. Gleichzeitig legen die fundamentalen Faktoren nahe, dass jeder Rücksetzer von Käufern voraussichtlich als Gelegenheit gesehen wird, zu niedrigeren Kursen Positionen aufzubauen.
Aus technischer Sicht befindet sich Öl in einer bullischen Konsolidierung und stößt am 50‑Tage‑EMA auf Widerstand. Unterstützung bietet die runde Marke von 78,00. Wird dieser Widerstand überwunden, liegen die nächsten Hürden am 50‑Tage‑SMA und am 100‑Tage‑SMA. Danach hätten die Bullen bessere Chancen, die Kontrolle über den Markt zu übernehmen. Bei einem Rücksetzer wäre die nächste Unterstützung der 9‑Tage‑EMA. Zu beachten ist, dass die Oszillatoren ein gemischtes Bild liefern, was auf eine gewisse Unsicherheit des Marktes hinsichtlich der weiteren Richtung hindeutet.
