logo

FX.co ★ XAU/USD: Gold ignoriert die Flucht in sichere Häfen und steigt über 4.100,00

XAU/USD: Gold ignoriert die Flucht in sichere Häfen und steigt über 4.100,00

XAU/USD: Gold ignoriert die Flucht in sichere Häfen und steigt über 4.100,00

Siehe auch: InstaForex Handelsindikatoren für XAU/USD

Gold überrascht den Markt weiterhin: Das Edelmetall verbucht bereits die vierte Sitzung in Folge mit Gewinnen und hält sich mühelos über der psychologisch wichtigen Marke von 4.100,00. XAU/USD liegt seit Wochenbeginn fast 2,5 % im Plus und bewegt sich auf sein bestes Wochenergebnis seit mehr als drei Monaten zu, während es die Eskalation der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und steigende Ölpreise weitgehend ignoriert.

Zur Zeit der europäischen Sitzung am Mittwoch wird XAU/USD im Bereich von 4.110,00–4.130,00 gehandelt und konsolidiert damit nach der jüngsten Rally. Ein wesentlicher Treiber des Aufschwungs war die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die inzwischen in die neunte Nacht der Luftangriffe gegangen sind. Der US-Präsident Donald Trump wies die Aussicht auf umgehende Gespräche mit Teheran zurück und drohte mit Angriffen auf nukleare Anlagen, woraufhin der Iran vor einer Ausweitung des regionalen Konflikts warnte.

XAU/USD: Gold ignoriert die Flucht in sichere Häfen und steigt über 4.100,00

Gleichzeitig haben die von Iran unterstützten Huthi eine Seeblockade der Bab al Mandab‑Straße angekündigt, wodurch mehrere saudische Öltanker im Roten Meer zur Umkehr gezwungen wurden. Diese Ereignisse, zusammen mit Angriffen an der russischen Schwarzmeerküste – über die ein bedeutender Teil der kasachischen Ölexporte transportiert wird – schaffen ernsthafte Risiken für die weltweite Energieversorgung. Experten am Ölmarkt weisen darauf hin, dass Brent bei knapp 91 US‑Dollar pro Barrel als unterbewertet erscheint, falls die aktuellen Störungen anhalten.

Öl, US‑Dollar und Gold: Auflösung vertrauter Zusammenhänge

Im klassischen Modell belasten steigende Ölpreise und ein stärkerer US‑Dollar normalerweise den Goldpreis. Die aktuelle Situation zeigt jedoch eine Auflösung dieser Korrelation:

Ölschock: Steigende Ölpreise (Brent über 91 US‑Dollar pro Barrel) stützen traditionell den Dollar, da sie die Handelsposition der USA als Energieexporteur stärken. Der Dollar steigt – und Gold ebenfalls: Der US‑Dollar‑Index legt weiter zu und bewegt sich um 101,00, doch Gold reagiert nicht mit dem üblichen Rückgang.

Gold gewinnt seine Rolle als sicherer Hafen zurück: Gold legt trotz eines starken Dollars und steigender Anleiherenditen zu. Dies deutet darauf hin, dass Anleger angesichts eskalierender geopolitischer Spannungen wieder verstärkt auf das Metall als defensiven Vermögenswert setzen.

Akademische Studien bestätigen, dass sich die Wechselbeziehungen zwischen Gold, Öl und dem Dollar in Krisenzeiten verstärken und dass die Dollarvolatilität die Risikoprognosen für Gold und Öl verbessert. Die aktuelle Situation zeigt jedoch, dass die klassische Arbitrage zwischen diesen Anlageklassen zusammenbrechen kann, wenn der geopolitische Faktor dominant wird.

Kurze technische Analyse

XAU/USD: Gold ignoriert die Flucht in sichere Häfen und steigt über 4.100,00

Aus technischer Sicht behält XAU/USD einen kurzfristig bullischen Bias bei und bestätigt den Ausbruch aus der Abwärtstrendlinie von den Hochs Ende Mai. Im 4-Stunden-Chart hält sich der Kurs über der Ausbruchszone in der Nähe von 4.020,00 und bewegt sich auf wichtige Widerstandsbereiche bei 4.160,00 (EMA200) und 4.200,00 (psychologische Marke) zu. Der Kurs liegt zudem weiterhin über der 50-Perioden-EMA (4.054,00), was den kurzfristigen bullischen Impuls zusätzlich untermauert.

XAU/USD: Gold ignoriert die Flucht in sichere Häfen und steigt über 4.100,00

Er liegt jedoch weiterhin unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten der 50 Tage (4.230,00), 144 Tage (4.370,00) und 200 Tage (4.305,00), was darauf hindeutet, dass der übergeordnete Abwärtstrend noch nicht durchbrochen ist.

Auf dieser Basis ist der wahrscheinlichste Verlauf eine volatile Seitwärtskonsolidierung in der Spanne 4.050,00–4.200,00 mit einem Versuch des Ausbruchs nach oben, falls die geopolitischen Spannungen anhalten und die US-Inflationsdaten schwach bleiben.

Wichtige Ereignisse im Blick

- 23. Juli — Sitzung der ECB. Prognose: Leitzins bleibt bei 2,25 %. Erwarteter Effekt: indirekt über die Dynamik von Dollar und Euro.

- 23. Juli — Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe. Erwarteter Effekt: beeinflusst die Erwartungen an die Fed-Politik.

- 28.–29. Juli — Fed-Sitzung. Prognose: Leitzins dürfte bei 3,50–3,75 % bleiben. Erwarteter Effekt: dovishe Signale = Unterstützung für Gold; hawkishe = Druck auf den Preis.

- Im Wochenverlauf — Entwicklung der geopolitischen Lage. Eskalation = Rally; Deeskalation = Korrektur.

Wesentliche Beobachtungspunkte

1. Geopolitische Lage im Nahen Osten. Der Konflikt USA–Iran befindet sich in der neunten aufeinanderfolgenden Nacht von Luftschlägen, und die Drohungen von Präsident Trump, Nuklearanlagen anzugreifen, sowie seine Aussagen, die USA seien „mit Iran noch nicht fertig“, lassen keine Anzeichen für eine Deeskalation erkennen. Vermittler haben einen 10-tägigen Waffenstillstand vorgeschlagen, doch Trump lehnte sofortige Gespräche ab. Jede Entwicklung — sei es eine Eskalation (Angriffe auf Nuklearanlagen, Blockade von Bab-el-Mandeb) oder eine unerwartete Deeskalation — könnte Gold stark um 50–100 US-Dollar bewegen.

2. Störungen bei der Ölversorgung und Energiepreise. Derzeitige Störungen betreffen drei Schlüsselrouten: die Straße von Hormus, das Rote Meer (Bab-el-Mandeb) und das Schwarze Meer (das CPC-Terminal in Russland). Saudische Tanker kehren wegen der Blockade durch die Huthi zurück, und Kasachstans Exporte über CPC sind gefährdet. Ölmarkt-Experten weisen darauf hin, dass Brent bei anhaltenden Störungen bis in den August hinein in der Nähe von 91 US-Dollar je Barrel unterbewertet erscheint. Steigende Ölpreise erzeugen Inflationsdruck, der Gold langfristig als Inflationsschutz stützen kann, während er kurzfristig den Dollar stärken und das Metall belasten kann.

3. ECB-Sitzung (Donnerstag, 23. Juli). Auch wenn sie kein unmittelbarer Treiber für XAU/USD ist, kann die Rhetorik der ECB die Dollardynamik und globale Kapitalströme beeinflussen. Die Märkte preisen einen unveränderten Satz von 2,25 % ein, aber jede Änderung der Forward Guidance könnte die Erwartungen zur Politik im Euroraum verschieben und Gold indirekt beeinflussen.

4. US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Donnerstag, 23. Juli). Dieser Indikator bleibt wichtig für die Beurteilung des US-Arbeitsmarktes. Zusammen mit den jüngsten schwachen Inflationsdaten könnte jedes Anzeichen einer Abschwächung am Arbeitsmarkt die Erwartungen einer Fed-Pause verstärken und Gold stützen. Starke Daten bei den Erstanträgen würden hingegen den Dollar stärken und auf dem Metall lasten.

5. Fed-Sitzung (28.–29. Juli). Dies ist das Hauptereignis für Gold in den nächsten zwei Wochen. Die Märkte preisen nahezu vollständig eine Zinspause bei 3,50–3,75 % ein. Der Schlüsselpunkt ist die Forward Guidance: Signalisiert die Fed eine Pause, wäre dies ein starker Katalysator für Gold; hält der Notenbankrat trotz geopolitischer Risiken an hawkischer Sprache fest, könnte dies das Aufwärtspotenzial des Metalls begrenzen.

6. US-PCE-Inflationsdaten — nächste Woche. Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, ist die nächste wichtige Makroveröffentlichung. Schwache PCE-Werte würden die Erwartungen einer Pause bekräftigen und Gold stützen. Starke PCE-Werte, insbesondere in Kombination mit steigenden Ölpreisen, könnten Befürchtungen weiterer Straffungen neu entfachen und das Metall unter Druck setzen.

Fazit und Empfehlungen für Anleger

Gold steht am Schnittpunkt von geopolitischem Risiko und geldpolitischen Erwartungen. Die Schlüsselmarke von 4.200,00 bleibt die zentrale Trennlinie für die kurzfristige Kursentwicklung. In den kommenden Tagen wird der Markt seinen Fokus auf die geopolitischen Entwicklungen, die US-Inflationsdaten und den Fed-Beschluss (nächsten Mittwoch) richten, die neue Signale für den nächsten Impuls liefern dürften.

Für kurzfristig orientierte Trader: Long-Positionen bieten sich bei einem Ausbruch über 4.160,00 mit Zielen bei 4.200,00–4.300,00 an. Short-Positionen sollten erst bei einem Bruch unter 4.050,00 in Betracht gezogen werden, der durch fundamentale Faktoren bestätigt ist.

Für mittel- bis langfristige Investoren: Eine abwartende Haltung ist sinnvoll, bis sich das geopolitische Bild und die US-Inflationsdaten klarer darstellen. Eine Korrektur auf 4.000,00–4.050,00 könnte genutzt werden, um Long-Positionen aufzubauen, sofern die geopolitischen Risiken anhalten und die strukturellen Unterstützungsfaktoren bestehen bleiben (Zentralbanknachfrage und Fiskaldefizite).

Risikomanagement: Bleiben Sie angesichts der hohen Volatilität infolge geopolitischer Ereignisse und makroökonomischer Veröffentlichungen vorsichtig. Verwenden Sie eine konsequente Stop-Loss-Disziplin und verfolgen Sie die Entwicklungen im Nahen Osten sowie die Aussagen der Fed genau.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
Go to the articles list Go to this author's articles Open trading account