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FX.co ★ EUR/USD. Warten auf die EZB-Entscheidung inmitten geopolitischer Spannungen

EUR/USD. Warten auf die EZB-Entscheidung inmitten geopolitischer Spannungen

Bereits den elften Tag in Folge setzt die Vereinigte Staaten ihre Angriffe auf den Iran fort, während Teheran mit Attacken auf US-Stützpunkte in Kuwait, Bahrain und Jordanien reagiert hat. Sowohl Präsident Donald Trump als auch iranische Vertreter räumen ein, dass eine Wiederaufnahme der Verhandlungen in naher Zukunft unwahrscheinlich ist. Infolgedessen ist EUR/USD zu einer Geisel eines Konflikts geworden, der sich seiner Kontrolle entzieht.

Brent-Öl ist in den vergangenen zwei Wochen auf 95 US-Dollar pro Barrel gestiegen, und die kletternden Ölpreise haben den Anleihemarkt verunsichert. Die Renditen 10- und 30-jähriger US-Staatsanleihen haben infolge der Sorge, dass der Inflationsdruck die Federal Reserve zu Zinserhöhungen zwingen könnte, ein Zwei-Monats-Hoch erreicht. Investoren betrachten die Geopolitik erneut als einen zentralen Treiber der Notenbankpolitik – doch diesmal wird die EZB, nicht die Fed, zuerst zu Wort kommen.

EZB-Zinserwartungen

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Der EZB-Rat kommt am 23. Juli zusammen, eine Woche vor dem Federal Open Market Committee (FOMC). Es wird weithin damit gerechnet, dass der Leitzins unverändert bei 2,25 % bleibt, doch dürften die Entscheidungsträger ihre Bereitschaft signalisieren, den Straffungszyklus fortzusetzen. Im Juni hatte die EZB die Finanzierungskosten erstmals seit 2023 angehoben und dabei auf die anhaltenden Folgen höherer Energiepreise nach der Schließung der Straße von Hormus verwiesen. Die Inflation war von 1,9 % im Februar auf 3,2 % gestiegen, bevor sie im Juni auf 2,8 % zurückging – und lag damit weiterhin über dem Ziel der EZB.

Der Präsident der Bank of Greece, Yannis Stournaras, ist der Ansicht, dass der jüngste Preisschub den Inflationskampf der EZB faktisch auf null gestellt hat. BNP Paribas wiederum argumentiert, dass die Hürde für einen weiteren Zinsschritt niedriger geworden ist, da die Entscheidungsträger nicht länger nachweisen müssen, dass es zu sogenannten Zweitrundeneffekten bei der Inflation kommt. Die Märkte werden die Ausführungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde genau verfolgen, um zu erkennen, ob sie ihre Einschätzung der Inflationsrisiken vom Mai als „ausgewogen“ aufgibt. Anleger rechnen derzeit mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis Jahresende, höchstwahrscheinlich im September, gefolgt von einem weiteren Schritt im kommenden Jahr, der den Einlagensatz auf 2,75 % anheben würde.

Erwartungen an die Fed-Zinsen

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Die Situation in den Vereinigten Staaten ist deutlich anders. Die ersten Inflationsdaten, die unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass der Preisdruck eher nachlässt als zunimmt. Die Verbraucherpreise sind im Juni unerwartet und zum ersten Mal seit sechs Jahren gesunken; die Jahresinflation fiel von 4,2 % auf 3,5 %. Die Kerninflation wirkt mit 2,6 % noch gedämpfter. Warsh hat einen vorsichtigen Kurs beibehalten und es vermieden, einen Sieg über die Inflation zu verkünden, doch die Märkte haben ihre Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr bereits zurückgenommen.

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Dies führt zu einer interessanten Divergenz: Während sich Europa offenbar auf eine weitere Runde geldpolitischer Straffung vorbereitet, ausgelöst durch höhere Energiepreise, könnte die United States dank nachlassender Inflation einen größeren politischen Handlungsspielraum gewinnen. Die entscheidende Frage ist, ob diese Divergenz ausreicht, um EUR/USD zu stützen, oder ob steigende Brent-Preise letztlich den U.S. Dollar in seiner traditionellen Rolle als sichere Hafenwährung begünstigen werden.

Technischer Ausblick

Im Tageschart konsolidiert EUR/USD weiterhin im unteren Bereich seiner Fair-Value-Spanne zwischen 1,1385 und 1,1485. Solange das Währungspaar diese Spanne nicht klar nach oben oder unten verlässt, dürfte es weitgehend richtungslos bleiben. Vorläufig bleibt der Handel innerhalb dieser Bandbreite die bevorzugte Strategie.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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