Im Stundenchart ist das Währungspaar GBP/USD am Mittwoch nach einer Erholung vom Widerstandsbereich bei 1,3454–1,3457 auf das 76,4%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,3382 gefallen. Ein Schlusskurs unter diesem Niveau würde heute die Erwartung eines weiteren Rückgangs in Richtung 1,3335 und 1,3298 stützen. Umgekehrt würde ein Schlusskurs über 1,3382 das Pfund begünstigen und eine moderate Erholung in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3454–1,3457 unterstützen.

Die Wellenstruktur bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, während die derzeitige Abwärtswelle das vorherige Tief noch nicht unterschritten hat. Daher bleiben die Bullen trotz des jüngsten Rücksetzers zuversichtlich. Meiner Ansicht nach ist die bärische Impulsbewegung des Jahres 2026 bereits beendet, und nur geopolitische Entwicklungen könnten die Bullen daran hindern, ihre Aufwärtsbewegung fortzusetzen. In der gegenwärtigen Phase dürfte die Geopolitik jedoch eher lediglich einen korrektiven Rückgang als eine Trendwende auslösen. Der Aufwärtstrend wäre erst dann hinfällig, wenn das Währungspaar unter das jüngste Tief bei 1,3340 fällt.
Das fundamentale Umfeld am Mittwoch war für das Pfund negativ. Händler hatten erwartet, dass sich die jährliche Inflationsrate auf 2,7 % verlangsamen würde, tatsächlich ging der Verbraucherpreisindex jedoch noch weiter auf 2,6 % im Jahresvergleich zurück. Einen stärkeren Rückgang des Pfunds verhinderte der Kern-VPI, der im Juni entgegen den Markterwartungen eines Rückgangs unverändert blieb. Daher verlangsamt sich die Inflation im Vereinigten Königreich mittelfristig weiter, auch wenn sich der Disinflationstrend kurzfristig unterbrechen könnte.
Der Bank of England fehlen derzeit weitgehend Gründe, die Geldpolitik weiter zu straffen. Gleichzeitig ist es angesichts des wieder aufflammenden Konflikts zwischen Iran und den Vereinigten Staaten und des Anstiegs der Ölpreise auf 97 US‑Dollar pro Barrel noch zu früh, um eine weitere Zinssenkung ins Auge zu fassen. In der kommenden Woche werden sowohl die Bank of England als auch die Federal Reserve geldpolitische Sitzungen abhalten, die weitere Einblicke in ihre geldpolitischen Perspektiven liefern werden, insbesondere in jene der BoE. Ich rechne jedoch nicht damit, dass die Bank of England nach dem Inflationsbericht für Juni einen hawkischen Kurs einschlagen wird. Daher erscheinen weitere Kursgewinne des Pfunds zumindest in den nächsten Tagen eher unwahrscheinlich.

Im 4-Stunden-Chart ist GBP/USD vom 23,6% Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,3538 abgeprallt, hat zugunsten des US-Dollar gedreht und setzt seine Abwärtsbewegung in Richtung des 61,8% Fibonacci-Niveaus bei 1,3348 und möglicherweise darunter fort. Ein Schlusskurs unter 1,3348 würde die Wahrscheinlichkeit weiterer Abwärtsbewegungen erhöhen. Auf den technischen Indikatoren sind derzeit keine sich entwickelnden Divergenzen erkennbar.
Commitments of Traders (COT) Report

Die Stimmung in der Kategorie der Nicht-Kommerziellen hat sich in der letzten Berichtswoche etwas von der bärischen Seite entfernt, bleibt jedoch insgesamt negativ. Die Zahl der Long-Positionen spekulativer Händler stieg um 6.521, während die Short-Positionen um 10.129 zurückgingen. Der aktuelle Bestand beläuft sich auf rund 51.000 Long-Positionen gegenüber 122.000 Short-Positionen.
In den vergangenen Monaten hatten die Bären die Positionierung klar dominiert. Während diese Dominanz zuvor deutlich durch Fundamentaldaten gestützt war, hat sich das Bild vor dem Hintergrund des sich wandelnden makroökonomischen Umfelds eingetrübt.
Ich rechne weiterhin nicht mit einer Wiederaufnahme eines ausgeprägten, anhaltenden Abwärtstrends beim Pfund. Kurzfristig dürfte die Marktrichtung allerdings weniger von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder Zentralbankentscheidungen abhängen als vielmehr von Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hatten die Märkte begonnen, ein mögliches Friedensszenario einzupreisen, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sind gescheitert, bevor nennenswerte Fortschritte erzielt wurden. Es gibt zudem keine Garantie, dass die Gespräche in absehbarer Zeit wieder aufgenommen werden.
Wirtschaftskalender
Vereinigte Staaten – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC)
Der Wirtschaftskalender für den 23. Juli enthält nur einen Termin, der voraussichtlich keinen nennenswerten Einfluss auf die Marktstimmung haben wird. Entsprechend dürfte das konjunkturelle Umfeld am Donnerstag nur eine geringe Rolle für das Handelsgeschehen spielen.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps
Short-Positionen könnten nach einem Rücklauf von der Widerstandszone bei 1,3526–1,3543 im Stundenchart oder nach einer Abweisung im Bereich von 1,3454–1,3457 eingegangen werden, mit Ziel bei 1,3382. Dieses Kursziel wurde bereits erreicht.
Neue Short-Positionen kommen in Betracht, falls das Währungspaar unter 1,3382 schließt, mit Abwärtszielen bei 1,3335 und 1,3298. Long-Positionen können in Erwägung gezogen werden, wenn das Paar über 1,3382 schließt, mit Ziel auf die Widerstandszone 1,3454–1,3457.
Die Fibonacci-Retracement-Level sind im Stundenchart von 1,3457 bis 1,3139 und im 4-Stunden-Chart von 1,3158 bis 1,3655 eingezeichnet.
