logo

FX.co ★ EUR/USD - Smart-Money-Analyse: EZB-Entscheidung bietet dem Euro nur begrenzte Unterstützung

EUR/USD - Smart-Money-Analyse: EZB-Entscheidung bietet dem Euro nur begrenzte Unterstützung

EUR/USD - Smart-Money-Analyse: EZB-Entscheidung bietet dem Euro nur begrenzte Unterstützung

EUR/USD bewegt sich weiterhin innerhalb des lokalen bärischen Impulses, der am 17. April begonnen hat. In den vergangenen drei Wochen ist den Käufern nur eine verhaltene Erholung gelungen, die wenig Überzeugung erkennen ließ. Zwar versuchten die Bullen, wieder die Kontrolle zu übernehmen, doch ihrem Vorstoß fehlte es klar an Dynamik. Heute ist bereits der sechste Tag in Folge mit erneuter Schwäche des Euro, was die begrenzte Stärke der Käufer in den letzten Wochen unterstreicht.

Der jüngste Liquidity Sweep deutete auf eine hohe Wahrscheinlichkeit hin, dass der Abwärtstrend sich fortsetzt. Es ist schwer abzuschätzen, wie tief oder wie lange die nächste Abwärtsbewegung ausfallen könnte, doch die Verkäufer haben ein offensichtliches Ziel nach unten – das jüngste Swing-Tief bei 1,1325. Auch darunter könnte Liquidität abgegriffen werden, was den Bullen möglicherweise eine weitere Chance bieten würde, die Kontrolle zurückzugewinnen.

Was das fundamentale Umfeld betrifft, sehe ich nach wie vor wenig Rechtfertigung für die anhaltende Stärke der Bären. Die geopolitische Lage hat sich zwar wieder verschlechtert, dürfte aber kaum der Haupttreiber sein, zumal die Märkte auf die temporäre Waffenruhe oder die Wiedereröffnung der Straße von Hormus kaum reagiert haben. Gleichzeitig hat die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik heute unverändert gelassen – es fällt jedoch schwer, diese Entscheidung als besonders „dovish“ zu bezeichnen. Zudem ist zu bedenken, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) noch nicht entschieden hat, wann es die Zinsanhebungen wieder aufnehmen könnte. Dennoch gewinnt der US‑Dollar weiter an Stärke, während der Euro unter Druck bleibt.

Die jüngsten US‑Arbeitsmarktdaten fielen relativ schwach aus, während sich die Inflation weiter abgeschwächt hat. Die Schaffung neuer Stellen blieb verhalten, wobei das Beschäftigungswachstum der letzten drei Monate etwa 100.000 unter den Markterwartungen lag. Das nachlassende Beschäftigungswachstum in Kombination mit sinkender Inflation wirft Zweifel an der Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve auf. Unter diesen Bedingungen ist es schwierig, die Stärke des Dollars ausschließlich mit der Erwartung einer strafferen Fed‑Politik zu begründen.

Auch die geopolitischen Entwicklungen scheinen lediglich eine Nebenrolle zu spielen. Andernfalls hätte der Dollar vermutlich deutlich früher aufwerten müssen. Teheran und Washington haben das Abkommen vom 17. Juni aufgegeben, doch der Markt reagierte darauf weitgehend unbeeindruckt. Präsident Donald Trump entzog die Genehmigung für iranische Ölexporte und setzte die Beschränkungen für die iranische Schifffahrt wieder in Kraft, während Iran die Straße von Hormus abermals schloss und weiterhin Schiffe angriff, die versuchten, die Wasserstraße zu passieren.

Als sich die geopolitischen Spannungen vor einem Monat entspannten, blieb der erwartete Rückgang des Dollars aus; ebenso ignorierten die Märkte die für den Euro eigentlich positiven Implikationen der strafferen Haltung der EZB vor sechs Wochen. Trotz eines makroökonomischen und geopolitischen Umfelds, das den US‑Dollar nicht eindeutig bevorzugt, behalten die Verkäufer die Oberhand. Die wieder aufflammenden geopolitischen Spannungen liefern ihnen nun eine zusätzliche Rechtfertigung, um an bärischen Positionen festzuhalten. Meiner Ansicht nach reagiert der Markt jedoch erneut auf geopolitische Risiken, die bereits weitgehend eingepreist sind.

Technische Analyse

Das aktuelle technische Bild unterstützt weiterhin den bärischen Impuls, der am 17. April begonnen hat.

Bearish Imbalance 17 ist nach wie vor offen, während Imbalance 18 nach schwächer als erwartet ausgefallenen US‑Arbeitsmarktdaten invalidiert wurde. Bullische Smart‑Money‑Muster haben sich nicht gebildet, und angesichts des derzeitigen Mangels an Marktdynamik ist kurzfristig auch nicht mit ihrer Entstehung zu rechnen.

Infolgedessen könnten Käufer die Korrektur zwar in Richtung Imbalance 17 fortsetzen, doch aktuell gibt es kein technisches Setup mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit, um ein solches Szenario zu handeln.

Der Kurs hat die Liquidität bereits unter dem Tief vom 1. August (auf dem Chart durch die rote Linie markiert) und später über dem Hoch vom 2. Juli abgeholt. Diese Liquidity Grabs liefern den Verkäufern eine technische Rechtfertigung, aktiv zu bleiben. Dennoch sind bislang keine neuen bärischen Bestätigungsmuster aufgetaucht.

Der wirtschaftliche Kalender am Donnerstag bot mehrere Ereignisse, die den Euro hätten stützen können. Zwar beließ die EZB die Zinsen unverändert, doch erklärten die Entscheidungsträger, dass bereits im September eine weitere Zinserhöhung in Betracht gezogen werden könnte, falls die Inflation erneut anzieht. Weitere bedeutende marktbewegende Ereignisse gab es in dieser Sitzung nicht.

Ausblick

In der größeren Perspektive gehe ich weiterhin davon aus, dass das Währungspaar sich noch immer in der Ausbildung eines langfristigen Aufwärtstrends befindet. Obwohl sich das fundamentale Umfeld vor fünf Monaten deutlich zugunsten des US‑Dollars verschoben hat, kann der übergeordnete Aufwärtstrend bislang nicht als aufgehoben gelten.

Die strukturellen Faktoren, die im vergangenen Jahr zum deutlichen Rückgang des US‑Dollars beitrugen – einschließlich der wirtschaftlichen Auswirkungen der Politik von Präsident Trump – sind weitgehend unverändert geblieben. Selbst der wieder aufgeflammte Konflikt im Nahen Osten hat dieses Gesamtbild nicht grundlegend verändert. Trotz der relativ „hawkishen“ Haltung des FOMC sehe ich weiterhin nur begrenzte langfristige Unterstützung für den US‑Dollar.

Dennoch dominieren nach wie vor die Verkäufer den Markt, während bislang keine nennenswerten bullischen Signale aufgetreten sind.

Wirtschaftskalender

Deutschland

  • Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (07:30 UTC)
  • Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (07:30 UTC)

Eurozone

  • Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (08:00 UTC)
  • Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (08:00 UTC)

Vereinigte Staaten

  • Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (13:45 UTC)
  • Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (13:45 UTC)
  • Neubau-Eigenheime (New Home Sales) (14:00 UTC)

Der Wirtschaftskalender für den 23. Juli enthält mehrere wichtige Veröffentlichungen, wobei die deutschen und die Eurozonen‑PMI‑Daten voraussichtlich die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden. Die Konjunkturdaten dürften die Marktstimmung während des gesamten Freitagshandels beeinflussen.

EUR/USD‑Prognose und Trading‑Ausblick

Aus meiner Sicht befindet sich EUR/USD weiterhin in einem übergeordneten Prozess der Ausbildung eines bullischen Trends. Obwohl sich das fundamentale Umfeld vor fünf Monaten deutlich zugunsten der Verkäufer gewandelt hat, ist der langfristige Trend bislang nicht aufgehoben.

Nach Liquidity Sweeps unterhalb bedeutender Swing‑Tiefs könnten die Käufer letztlich einen neuen Aufwärtsimpuls starten. Das Eingehen von Long‑Positionen auf dem aktuellen Kursniveau erscheint jedoch derzeit nicht gerechtfertigt.

Die vorsichtige Herangehensweise besteht darin, auf eine klare bullische Smart‑Money‑Bestätigung zu warten, bevor Long‑Trades in Betracht gezogen werden. Derzeit stellt Bearish Imbalance 17, die weiterhin ungefüllt ist, die einzige bedeutende technische Struktur dar, die Tradern zur Verfügung steht.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
Go to the articles list Go to this author's articles Open trading account