Analyse der Donnerstagstrades:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD setzte seinen Rückgang innerhalb des Seitwärtskanals fort, der vor einer Woche begonnen hat. Der flache Trend hält nun bereits seit vier aufeinanderfolgenden Wochen an, was aus der Distanz deutlich erkennbar ist. Der Euro ist derzeit an die Untergrenze dieses Seitwärtskanals gefallen, sodass entweder heute oder am Montag der Seitwärtstrend endet oder der Kurs bei 1,1377 nach oben abprallt und eine neue Aufwärtsbewegung in Richtung der oberen Begrenzung des Kanals beginnt. Es ist anzumerken, dass die Marktbewegungen derzeit rein technischer Natur sind und die Trader weiterhin einen Großteil der makroökonomischen und fundamentalen Informationen ignorieren. Gestern gab es für den Euro keine fundamentale Grundlage für einen Rückgang. Die Europäische Zentralbank ließ ihre Geldpolitik unverändert, doch daran war nichts „dovish“, da der Markt eine solche Entscheidung erwartet hatte. Christine Lagarde deutete jedoch an, dass die Zinsen bereits im September angehoben werden könnten und dass die Inflation erneut anziehen könnte, was weitere Eingriffe der EZB erforderlich machen würde. Diese Informationen wurden ebenso ignoriert wie die Zinserhöhung von vor anderthalb Monaten.
5-Minuten-Chart des EUR/USD-Paares

Auf dem 5-Minuten-Chart wurden am Donnerstag keine Handelssignale gebildet. Das Paar fiel den ganzen Tag über, konnte jedoch erst gegen Tagesende den Bereich von 1,1363–1,1377 durchlaufen. Genau in diesem Bereich werden heute Signale erwartet.
Wie man am Freitag handelt:
Auf dem Stundenchart wurden beide Trendlinien durchbrochen und sind nicht mehr relevant. Angesichts aller Ereignisse und Marktbewegungen der letzten Monate sind wir der Ansicht, dass der Euro eine überzeugende Aufwärtsbewegung beginnen sollte. In der Praxis handelt es sich bei der aktuellen Aufwärtsbewegung jedoch lediglich um eine Korrektur, und in den letzten Wochen ähnelt die Bewegung eher einer Seitwärtsphase als einem Trend. Der Markt ignoriert weiterhin sämtliche Faktoren, die für den Euro sprechen.
Am Freitag können Anfänger Short-Positionen mit Ziel 1,1267–1,1275 eröffnen, falls sich der Preis unterhalb des Bereichs 1,1363–1,1377 festigt. Long-Positionen können mit Ziel 1,1461–1,1466 eingegangen werden, wenn der Preis vom Bereich 1,1363–1,1377 nach oben abprallt. Die Volatilität könnte heute erneut zurückgehen.
Auf dem 5-Minuten-Chart sind unter anderem die folgenden Marken relevant: 1,1267–1,1275, 1,1363–1,1377, 1,1461–1,1466, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754. Am Freitag werden in Deutschland, der Europäischen Union und den USA die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungs- und den verarbeitenden Sektor für Juli veröffentlicht. Unser Augenmerk läge auf den europäischen Indizes, während die amerikanischen vermutlich vom Markt weitgehend ignoriert werden.
Grundregeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Dauer seiner Bildung (Abprall oder Durchbruch) bestimmt. Je kürzer die Entstehungszeit, desto stärker das Signal.
- Wenn an einem bestimmten Level zwei oder mehr Trades aufgrund von Fehlsignalen eröffnet wurden, sollten alle weiteren Signale von diesem Level ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder auch gar keine liefern. Technische Marken können in solchen Phasen ignoriert werden.
- Auf dem Stundenchart sollten Handelssignale des MACD-Indikators nur umgesetzt werden, wenn eine ausgeprägte Volatilität vorliegt und ein Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt ist.
- Wenn zwei Marken zu dicht beieinanderliegen (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt hat, sollte der Stop-Loss auf den Einstiegskurs nachgezogen werden (Break-even).
Was auf den Charts zu sehen ist:
Preisniveaus (Zonen) von Unterstützung und Widerstand dienen als Ziele beim Eröffnen von Long- oder Short-Positionen oder als Quellen für Handelssignale.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und die bevorzugte Handelsrichtung verdeutlichen.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle dienen kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung sollte daher mit höchster Vorsicht gehandelt oder der Markt vorübergehend verlassen werden, um plötzliche Umkehrbewegungen gegen den vorangegangenen Trend zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Markt sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und konsequentes Money-Management sind entscheidend für langfristigen Erfolg im Handel.
