
Am Montag zeigt das Währungspaar EUR/USD Widerstandskraft: Es setzt sich nach einem moderaten Aufwärts-Gap zur Eröffnung durch und steigt über die psychologisch wichtige Marke von 1,1400. Die Erholung im Tagesverlauf wird durch eine breit angelegte Schwäche des US‑Dollars gestützt, die wiederum von neuer Zuversicht in eine diplomatische Lösung des anhaltenden Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran getragen wird.
In der Nacht zu Freitag setzten die Vereinigten Staaten ihre Luftangriffe nach 13 aufeinanderfolgenden Nächten mit Angriffen auf iranische Ziele vorübergehend aus. Dies veranlasste Teheran dazu, seine Vergeltungsaktionen gegen Verbündete Washingtons im Nahen Osten zu pausieren. Laut dem US‑Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, bleiben die Streitkräfte zwar in erhöhter Alarmbereitschaft, doch Präsident Donald Trump beabsichtigt, ein zeitlich begrenztes Fenster für Verhandlungen zu eröffnen. Dies hat die Stimmung der Anleger verbessert und den US‑Dollar zusätzlich geschwächt.
Zugleich hat die Entspannung der Lage zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise geführt, was den Inflationsdruck mindert und die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve dämpft. Auch dies lastet auf dem US Dollar Index (DXY), der die Entwicklung des Dollars gegenüber einem Korb wichtiger Währungen misst. Dennoch könnten sich Händler mit neuen Positionen im EUR/USD vor den anstehenden Notenbankterminen zurückhalten.
Am Mittwoch wird die Federal Reserve nach ihrer zweitägigen Sitzung ihre geldpolitische Entscheidung bekannt geben. Marktteilnehmer werden vor allem auf neue Hinweise zum künftigen Kurs der Geldpolitik achten, da diese für die kurzfristige Richtung des US‑Dollars entscheidend sein dürften. Zudem wird die weitere Entwicklung der Krise im Nahen Osten genau verfolgt, da eine erneute Zuspitzung die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen wiederbeleben und damit erhebliche Handelschancen im EUR/USD schaffen könnte.
Einem Bericht von TD Securities zufolge wird erwartet, dass das FOMC die Geldpolitik unverändert lässt. In einer Research‑Notiz erklärte die Bank: „Wir gehen davon aus, dass das FOMC die Zinssätze unverändert lässt.“ Die Analysten räumten jedoch ein, dass „höhere Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten die Inflationsrisiken erhöhen und das Argument für eine Zinserhöhung stärken“, fügten aber hinzu, dass „zusätzliche Belege erforderlich sind, um eine Mehrheit zu sichern“. Ihrer Ansicht nach tendiert das Committee allmählich zu einer restriktiveren Haltung. Sie erwarten jedoch, dass Chair Warsh auf eine klare Forward Guidance verzichtet und rechnen mit zwei Gegenstimmen von Hammack und Logan.
Aus technischer Sicht bleibt das Paar trotz der heutigen positiven Entwicklung unter Druck. Die Bullen müssen zunächst den 20‑Tage‑Simple Moving Average (SMA) überwinden, um die Aussichten auf weitere Kursgewinne zu verbessern. Die unmittelbare Unterstützung liegt im Bereich von 1,1370–1,13547. Ein Bruch unter diese Zone würde das Juni‑Tief ins Spiel bringen. Die technischen Oszillatoren verharren im negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass die Bären weiterhin im Vorteil sind.
Die nachstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des US‑Dollars gegenüber den wichtigsten Währungen am heutigen Tag. Der US‑Dollar verzeichnete seinen stärksten Anstieg gegenüber dem kanadischen Dollar.
