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FX.co ★ Deutschland und Griechenland ziehen nach oben, Frankreich und Spanien stecken fest: Eurozonen-PMI offenbart eine Spaltung

Deutschland und Griechenland ziehen nach oben, Frankreich und Spanien stecken fest: Eurozonen-PMI offenbart eine Spaltung

Der Fertigungssektor der Eurozone verzeichnete im Juli sein stärkstes Wachstum seit fast viereinhalb Jahren; hinter dieser Fassade verbirgt sich jedoch eine beunruhigende Schwäche auf der Nachfrageseite. Laut der offiziellen Veröffentlichung von S&P Global stieg der Eurozone-PMI-Index von 51,4 im Juni auf 51,9 und erreichte damit ein Drei-Monats-Hoch. Der Index für die Fertigungsproduktion legte noch deutlicher von 51,7 auf 52,9 zu und erreichte damit den höchsten Stand seit 52 Monaten. Gleichzeitig nahmen die Auftragseingänge jedoch nur leicht zu, und ihre Wachstumsrate blieb deutlich hinter derjenigen der Produktion selbst zurück.

Deutschland und Griechenland ziehen nach oben, Frankreich und Spanien stecken fest: Eurozonen-PMI offenbart eine Spaltung

Die zentralen Mechanismen hinter dieser Diskrepanz werden im Veröffentlichungstext deutlich: Unternehmen nutzten den Abbau aufgelaufener Aufträge, um die Produktion hochzufahren, obwohl der tatsächliche Zufluss neuer Aufträge weiterhin verhalten bleibt. Die Hersteller im Euroraum bauten im Juli ihre Lagerbestände ab und setzten die Kürzung ihrer Käufe von Rohstoffen und Vorleistungsgütern fort. Das Volumen der unerledigten Aufträge nimmt nun bereits den dritten Monat in Folge ab, wobei das Tempo dieses Rückgangs das stärkste seit Januar ist. Gleichzeitig ging die Beschäftigung in der Industrie erneut zurück, und die Einkaufsvolumina sanken den zweiten Monat in Folge.

Das Bild in den vier größten Volkswirtschaften des Währungsraums erwies sich als sehr uneinheitlich. Deutschland schnitt innerhalb dieser Gruppe am besten ab und verzeichnete einen der höchsten Indizes seit mehr als vier Jahren. Italien blieb ebenfalls in der Wachstumszone, auch wenn sich das Tempo auf den niedrigsten Stand seit vier Monaten abgeschwächt hat. Spanien und Frankreich hingegen verharren nahezu in Stagnation.

Chris Williamson, Chief Business Economist bei S&P Global, lieferte eine ausführliche Einordnung, die Optimismus und Vorsicht ausbalanciert. „Die Fabriken im Euroraum erleben so etwas wie einen sommerlichen Wachstumsschub, wobei die Produktion so stark steigt wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass diese guten Nachrichten nur von kurzer Dauer sein könnten und dass die Dynamik mit dem Heranrücken des Herbstes nachlassen dürfte“, sagte er. Er ging dabei auf die regionalen Unterschiede ein: „Deutschland, die Niederlande, Österreich und Griechenland berichten von einem kräftigen Produktionswachstum, während die Produktion in Frankreich und Spanien zurückgeht und Italien nur geringe Zuwächse verzeichnet. Diese Diskrepanzen verdeutlichen, dass ein beträchtlicher Teil der Region weiterhin mit schwacher Nachfrage, hohen Preisen und Lieferverzögerungen zu kämpfen hat.“

Deutschland und Griechenland ziehen nach oben, Frankreich und Spanien stecken fest: Eurozonen-PMI offenbart eine Spaltung

Williamson wies außerdem direkt auf die Quelle des Risikos für die künftige Entwicklung hin. „Auch wenn sich die Lieferkettenengpässe und der damit verbundene Druck durch Energiepreise im Erhebungszeitraum Juli etwas entspannt haben, bleiben die Belastungen in den Lieferketten und bei den Energiepreisen angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten erhöht. Das droht, die Produktion zu dämpfen und die Nachfrage in den kommenden Monaten weiter abzukühlen“, warnte er. Er benannte zudem das zentrale strukturelle Problem des Berichts: „Der Zufluss neuer Aufträge bleibt alarmierend schwach, sodass die Produzenten auf in den Vormonaten erteilte Bestellungen zurückgreifen müssen, um ihr Produktionswachstum aufrechtzuerhalten. Infolgedessen bauen die Fabriken angesichts der Sorge vor möglichen Auftragslücken in den kommenden Monaten weiterhin Personal ab – ein weiteres Indiz dafür, dass die Industrieindustrie nicht so gesund ist, wie es die Schlagzeilen vermuten lassen.“

Das einzige wirklich ermutigende Signal aus dem Bericht war eine leichte Verbesserung der Wachstumserwartungen für die nächsten zwölf Monate: Das Geschäftsklima stieg auf den höchsten Stand seit Februar. Es liegt jedoch weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt, was auf anhaltende Vorsicht unter den Güterproduzenten der Eurozone hinweist.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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