
Das Währungspaar EUR/USD zeigte sich am Montag sehr ruhig und reagierte kaum auf eine weitere Runde „mega-wichtiger Nachrichten“ geopolitischer Art. Wenn man die Ereignisse im Nahen Osten aufmerksam verfolgt, kann man die weitere Entwicklung ebenso gut vorhersagen wie jeder Experte. Nach einer Serie gegenseitiger Angriffe, die von Washington ausgingen, kam es zu einer Pause. In dieser Pause sprach Donald Trump erneut von Verhandlungen und einem Abkommen (was bleibt dem Hausherrn des Weißen Hauses auch anderes übrig?). Iran wiederum wies jegliche Verhandlungen mit den USA zurück. Somit existiert die bevorstehende Unterzeichnung eines Abkommens lediglich in der Fantasie des amerikanischen Präsidenten.
Der iranische Außenminister Ismail Baghaei könnte seinen Titel durchaus in „Chef-Widerleger von Donald Trumps Aussagen“ ändern. Nahezu jede Äußerung Baghaeis zielt darauf ab, die Aussagen des US-Präsidenten zu dementieren. Erst gestern verkündete Trump, dass eine Einigung über die Straße von Hormus erzielt worden sei und dass das „Nuklearabkommen“ „sehr bald“ fertig sein werde. Daher würden neue Angriffe auf Iran gestrichen – schließlich müsse der Diplomatie eine Chance gegeben werden. Natürlich wird sich bis zum Ende der Woche herausstellen, dass es weder Abkommen noch Vereinbarungen gibt, Iran wird erneut ein Schiff in der Straße von Hormus angreifen, und die USA werden „gezwungen sein“, zurückzuschlagen und die militärischen Aktionen wiederaufzunehmen. Nach einer weiteren Serie von Angriffen wird Trump Iran ein weiteres, mittlerweile hundertsechsundzwanzigstes „letztes Angebot“ unterbreiten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren – und so weiter im Kreis.
Im Großen und Ganzen drängt sich immer stärker der Eindruck auf, dass Iran endgültig aus den Verhandlungen mit Washington ausgestiegen ist. Grundsätzlich haben iranische Offizielle schon mehrfach erklärt, dass Gespräche mit den USA sinnlos seien und dass Trumps Forderungsliste im Grunde Ultimaten gleichkomme, die Teheran nicht zu akzeptieren bereit ist. Da sich die Ultimaten der amerikanischen Seite nicht ändern, ergibt sich kein Sinn für neue Verhandlungen. Was uns an dieser Geschichte überrascht, ist, dass der Ölmarkt auf jedes noch so kleine „Informations-Tröpfchen“ reagiert. Am Montag wurde von Gottes Gnade in Form von Trumps Verzicht auf neue Angriffe bekannt, und der Ölpreis fiel sofort. Am Nachmittag dementierte Iran Berichte über Verhandlungen, und die Ölpreise zogen unmittelbar an.
Was kann der US‑Dollar, der nach wie vor den Status eines „sicheren Hafens“ innehat, aus all dem ziehen? Aus unserer Sicht hat die amerikanische Währung aus den Gegebenheiten des Jahres 2026 bereits das absolute Maximum herausgeholt. Geopolitik und der Konflikt im Nahen Osten können den Dollar nicht dauerhaft zu neuen, höheren Kursniveaus treiben. In den ersten Monaten des Krieges floh Kapital in großem Stil, und viele Investoren haben ihr Kapital vor dem Hintergrund dieser Ereignisse umgelenkt und umgeschichtet. Inzwischen befinden wir uns jedoch im sechsten Monat der Konfrontation. Neue Angriffe im Nahen Osten überraschen nicht mehr, und das Kapital, das „fliehen“ wollte, hat dies längst getan. Entsprechend sehen wir nach wie vor keine Grundlage für ein mittelfristiges oder langfristiges Wachstum der amerikanischen Währung.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt mit Stand 4. August 82 Pips und wird als „durchschnittlich“ eingestuft. Für Dienstag erwarten wir eine Bewegung des Paares in der Spanne zwischen 1,1425 und 1,1589. Der obere lineare Regressionskanal ist abwärts gerichtet, was auf die Fortsetzung des Abwärtstrends hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und signalisiert eine mögliche Abwärtskorrektur.
Nächste Unterstützungszonen:
S1 – 1,1505
S2 – 1,1475
S3 – 1,1444
Nächste Widerstandszonen:
R1 – 1,1536
R2 – 1,1566
R3 – 1,1597
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar EUR/USD hat im 4-Stunden-Chart einen neuen Aufwärtstrend begonnen, der den Beginn eines neuen Zyklus des globalen Aufwärtstrends in höheren Zeitrahmen markieren könnte. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 haben zunächst die Geopolitik und anschließend eine restriktive Haltung der Fed dem US-Dollar starke Unterstützung geliefert. Allerdings geht jedes Märchen früher oder später zu Ende. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1414 und 1,1383 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der gleitenden Durchschnittslinie sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1566 und 1,1589 relevant.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in die gleiche Richtung gerichtet, deutet dies darauf hin, dass der Trend derzeit stark ist;
- Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20,0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
- Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
- Volatilitätszonen (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilität den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird;
- Ein Eintritt des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.
