
Gold (XAU/USD) wird heute mit einem klar bullischen Bias gehandelt und nähert sich der oberen Begrenzung seiner monatlichen Trading-Range. Neuer Optimismus über eine mögliche Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sowie eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus haben die Erwartungen weiterer geldpolitischer Straffung durch die US‑Notenbank (Federal Reserve) gedämpft. In der Folge stehen die US‑Dollar‑Bullen unter Druck, was dem Edelmetall wichtigen Rückhalt gibt, das damit bereits die zweite Sitzung in Folge zulegt.
Trotz gemischter Signale rechnen Marktteilnehmer weiterhin mit einer diplomatischen Lösung des seit fünf Monaten andauernden Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Zudem erklärte der US‑Finanzminister Scott Bessent, Washington könne bereits am Mittwoch eine Einigung mit dem Iran über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielen und damit den Weg für eine stärker normalisierte Beilegung der Konfrontation ebnen. Separat berichtete Axios unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass die Vereinigten Staaten, der Iran und Oman kurz vor einer Zwischenvereinbarung zur Wiederaufnahme der Aktivitäten entlang dieser strategisch wichtigen Wasserstraße stehen.
Unterdessen hat die Entscheidung von OPEC+ am Sonntag, die Ölproduktion ab September zu erhöhen, die Angebotssorgen gemildert und die Ölpreise auf das niedrigste Niveau seit dem 13. Juni gedrückt. Dies hat wiederum den Inflationsdruck reduziert und die Erwartungen an eine restriktivere Federal Reserve gedämpft, was auf dem US‑Dollar lastet und Gold unterstützt.
Gleichwohl preisen Händler weiterhin eine hohe Wahrscheinlichkeit ein, dass die Federal Reserve die Zinsen noch vor Jahresende anheben wird, gestützt durch Anzeichen einer Stabilisierung am US‑Arbeitsmarkt.
Die am Dienstag vom US‑Arbeitsministerium (Bureau of Labor Statistics) im Rahmen der Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) veröffentlichten Daten zeigten, dass die Zahl der offenen Stellen leicht auf 7,36 Millionen zurückging, aber über dem Niveau des Vorjahres blieb. Darüber hinaus sprachen sich der Präsident der Kansas City Federal Reserve, Jeff Schmid, und die Präsidentin der Philadelphia Federal Reserve, Anna Paulson, für eine weitere geldpolitische Straffung und zusätzliche Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation aus.
Dies könnte US‑Dollar‑Bären davon abhalten, sehr aggressive Positionen einzugehen, da der Fokus weiterhin auf den offiziellen Arbeitsmarktdaten liegt – dem Nonfarm Payrolls (NFP)‑Bericht, der am Freitag veröffentlicht werden soll. Das zentrale Ereignis im Konjunkturkalender dieser Woche wird der Nonfarm Payrolls‑Bericht für Juli sein, wobei die aktuellen Markterwartungen bei rund 80.000 neuen Stellen liegen. Nach diesen Schätzungen ist derzeit nur ein moderates monatliches Beschäftigungswachstum notwendig, um einen Anstieg der Arbeitslosenquote zu verhindern, während das „breakeven“‑Tempo am Arbeitsmarkt voraussichtlich nicht wesentlich über 50.000 Stellen pro Monat liegen dürfte – falls es diese Marke überhaupt übersteigt. Zudem erfordert die Stabilisierung der Arbeitslosenquote kein starkes Beschäftigungswachstum mehr, da das Wachstum des Arbeitskräfteangebots im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie deutlich nachgelassen hat.
Um kurzfristige Trading‑Chancen zu identifizieren, sollten Trader die anstehenden US‑Konjunkturdaten während der nordamerikanischen Session genau verfolgen, darunter den ADP‑Privatbeschäftigungsbericht und den ISM Services Purchasing Managers' Index (PMI). Darüber hinaus könnten weitere Entwicklungen im Zusammenhang mit der Krise im Nahen Osten ebenfalls als Katalysatoren für Bewegungen sowohl im US‑Dollar als auch bei Gold fungieren.
Insgesamt bleibt das fundamentale Umfeld unterstützend für XAU/USD‑Bullen und spricht weiterhin für zusätzliche intraday‑Gewinne.
Aus technischer Sicht stützt der intraday‑Ausbruch über den 50‑Tage Simple Moving Average (SMA) den bullischen Ausblick. Gleichzeitig ist der Relative Strength Index (RSI) in den positiven Bereich vorgedrungen, was auf anhaltende Aufwärtsdynamik hindeutet. Damit scheint sich das technische Bild derzeit zugunsten der Bullen verschoben zu haben und untermauert das Potenzial für weitere Gewinne.
