Analyse der Trades vom Mittwoch:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD setzte seine Bewegung in Richtung 1,1584 am Mittwoch fort, nachdem es vom Bereich 1,1461–1,1474 abgeprallt war und eine einmonatige Seitwärtsphase abgeschlossen hatte. Damit setzt der Euro seine vollkommen gerechtfertigte Aufwärtsbewegung fort, die von globalen, technischen und fundamentalen Faktoren getragen wird. In dieser Woche sind drei von vier US-Konjunkturdaten schwächer ausgefallen als vom Markt erwartet. Zudem beginnt das Vertrauen der Marktteilnehmer in die Federal Reserve zu schwinden, die trotz hoher Inflation faktisch nicht bereit ist, die Geldpolitik zu straffen. Auch das Vertrauen in Kevin Warsh beginnt nachzulassen. Der Markt bezweifelt, dass die Politik unter Warsh fair sein und die Interessen von Gesellschaft und Wirtschaft widerspiegeln wird. Damit verfügte der Dollar ohnehin schon nur über wenige Wachstumstreiber, und nun sind es noch weniger geworden. Zuvor stützte die Geopolitik die Nachfrage nach der US-Währung, doch dieser Faktor hat seine Haltbarkeit inzwischen weitgehend eingebüßt oder steht kurz davor. Wir erwarten mittelfristig eine weitere Aufwertung des Euro. Die Rückkehr zu den Jahreshöchstständen sehen wir als Basisszenario für den Euro.
5M-Chart des EUR/USD-Paares

Im 5-Minuten-Chart am Mittwoch haben sich zwei Handelssignale gebildet. Zuerst während der asiatischen Sitzung und dann während der europäischen Sitzung prallte das Paar zweimal vom Bereich 1,1527–1,1531 nach oben ab, was es unerfahrenen Tradern ermöglichte, Long-Positionen zu eröffnen. Diese Longs konnten in den Donnerstag hinein gehalten werden, da die Volatilität weiterhin gering ist und mehr Zeit benötigt wird, um den Gewinn aus dem Trade zu realisieren.
Wie man am Donnerstag handelt:
Im Stundenchart hat der Kurs die Seitwärtsbewegung verlassen, in der er sich einen Monat lang befand, und bildet nun einen neuen Aufwärtstrend. Angesichts aller Ereignisse in der Welt in den letzten Monaten gehen wir davon aus, dass der Euro weiter stetig steigen sollte. In jüngster Zeit hat der Markt fast alle Faktoren zugunsten des Euro konsequent ignoriert, sodass nun eine „Konsolidierung“ stattfindet, um den Wechselkurs auf einen fairen Wert zu bringen.
Am Donnerstag können unerfahrene Trader Short-Positionen mit Ziel 1,1527–1,1531 eröffnen, falls der Kurs vom Bereich 1,1584–1,1594 nach unten abprallt. Long-Positionen können nach den gestrigen Abprallern vom Bereich 1,1527–1,1531 mit Zielen bei 1,1584–1,1594 gehalten werden.
Im 5-Minuten-Chart sind die Marken 1,1267–1,1275, 1,1366–1,1377, 1,1461–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754 zu beachten. Am Donnerstag steht im EU-Kalender eine Veröffentlichung an – die Einzelhandelsumsätze – und in den USA werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Wir stufen beide Berichte als nachrangig ein.
Wichtige Regeln des Handelssystems:
- Die Stärke des Signals wird durch die Zeit bestimmt, die es zur Ausbildung des Signals (Abpraller oder Durchbruch eines Niveaus) benötigt. Je weniger Zeit dafür erforderlich ist, desto stärker ist das Signal.
- Werden an einem Niveau aufgrund von Fehlsignalen zwei oder mehr Trades eröffnet, sollten alle weiteren Signale von diesem Niveau ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar eine Vielzahl von Fehlsignalen oder auch gar keine Signale generieren. Technische Niveaus können in solchen Phasen an Aussagekraft verlieren.
- Beim Handel auf Basis von MACD-Signalen im Stundenchart ist es empfehlenswert, dies nur bei hoher Volatilität zu tun und wenn eine Trendlinie oder ein Trendkanal den Trend bestätigt.
- Wenn zwei Niveaus zu dicht beieinander liegen (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Nach einer Kursbewegung von 15 Pips in die richtige Richtung sollte der Stop-Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Was die Charts zeigen:
Unterstützungs- und Widerstandsbereiche (Preisniveaus/-zonen) dienen als Ziele beim Eröffnen von Kauf- oder Verkaufsorders oder als Quellen für Handelssignale.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend widerspiegeln und anzeigen, in welche Richtung der Handel derzeit bevorzugt wird.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (wie im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Daher sollte man zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht handeln oder den Markt verlassen, um abrupten Kursumkehrungen entgegen der vorangegangenen Bewegung aus dem Weg zu gehen.
Anfänger im Forex-Handel sollten sich bewusst sein, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Eine klar definierte Handelsstrategie und ein vernünftiges Money-Management sind entscheidend für langfristigen Handelserfolg.
