Den neuesten Daten zufolge haben US-amerikanische private Arbeitgeber im Juli 44.000 neue Stellen geschaffen, wie aus einem Bericht von ADP Research hervorgeht. Die eher bescheidene Schlagzeile erklärt für sich genommen jedoch nicht das gesamte Bild. ADP legte weniger Wert auf das Einstellungsvolumen als auf die Lohndynamik, die als aussagekräftigerer Indikator für den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes gilt. „Die Einstellungsaktivität über die Sektoren hinweg war im vergangenen Monat uneinheitlich, doch die Lohnniveaus machten deutlich, was vor sich ging. Das jährliche Lohnwachstum für Personen, die den Job wechselten, hat sich beschleunigt und den höchsten Wert seit fast einem Jahr erreicht“, heißt es in dem Bericht.

Diesem Signal sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da das Tempo des Lohnwachstums bei Jobwechslern traditionell als einer der empfindlichsten Indikatoren für die tatsächliche Anspannung am Arbeitsmarkt gilt. Jobwechsler reagieren sehr stark auf die realen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, und ihre schnellen Lohnzuwächse deuten auf Angebotsengpässe in bestimmten Segmenten des Arbeitsmarktes hin. Mit anderen Worten: Trotz des insgesamt nur moderaten Beschäftigungsaufbaus müssen Arbeitgeber dort deutlich mehr zahlen, wo die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen hoch bleibt.
Die Aufschlüsselung nach Unternehmensgröße zeigte eine deutliche Schieflage zugunsten kleiner Betriebe. Unternehmen mit 1–19 Beschäftigten schufen 27.000 Stellen und damit mehr als die Hälfte des gesamten Zuwachses, während Betriebe mit 20–49 Beschäftigten nur 4.000 Stellen hinzufügten. Mittelgroße Unternehmen erzielten eher verhaltene Ergebnisse: Firmen mit 50–249 Beschäftigten schufen 2.000 Stellen, und Unternehmen mit 250–499 Beschäftigten kamen auf 6.000 neue Jobs. Große Unternehmen (500+ Beschäftigte) bauten 13.000 Stellen auf und blieben damit deutlich hinter dem Beitrag der kleinen Betriebe zurück.

Das Bild in den einzelnen Branchen war uneinheitlich, wobei der Dienstleistungssektor die güterproduzierenden Bereiche deutlich dominierte. Unter den güterproduzierenden Branchen verzeichneten die Sektoren Rohstoffe und Bergbau ein Plus von 6.000 Arbeitsplätzen, das Baugewerbe lediglich 1.000 und das verarbeitende Gewerbe 2.000. Der Dienstleistungssektor leistete einen deutlich größeren Beitrag: Handel, Transport und Versorger schufen 8.000 Stellen; Information 5.000; Finanzaktivitäten 10.000; professionelle und unternehmensnahe Dienstleistungen 9.000; und andere Dienstleistungen 6.000.
Die Spitzenreiter im Monatsvergleich waren Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen, die 36.000 Arbeitsplätze hinzufügten — also mehr als 80 % des gesamten Beschäftigungszuwachses im Juli. Auch Freizeit und Gastgewerbe trugen merklich bei und schufen 11.000 Stellen.
