
Das Währungspaar GBP/USD zeigte am Donnerstag ebenfalls keinerlei interessante Bewegungen, was angesichts des vollständigen Fehlens wichtiger makroökonomischer und fundamentaler Ereignisse nicht überraschend ist. Es ist außerdem zu beachten, dass geopolitische Themen den Markt weiterhin langweilen, da sich im Grunde genommen nichts ereignet. Es gibt lediglich tägliche und stündliche Verlautbarungen von Donald Trump, der weiterhin darauf beharrt, dass eine Einigung in Bezug auf die Straße von Hormus bald zustande kommen wird. Inzwischen haben die Händler jedoch längst erkannt, dass die USA an diesem Deal nicht beteiligt sind. Zudem werden Iran und Oman über die Kontrolle der Schifffahrt in der Straße von Hormus verhandeln. Gleichzeitig sind die Vereinigten Staaten bereit, die Seeblockade der iranischen Häfen ohne jegliche Vereinbarungen aufzuheben, sofern Oman und Iran zu einem Konsens gelangen. Vereinfacht ausgedrückt: Amerika wird nicht einmal an den Verhandlungstisch eingeladen – nicht Amerika als Staat, sondern vielmehr Donald Trump und seine Delegation persönlich.
Der US-Präsident beharrt außerdem darauf, dass die Verhandlungen über das Nuklearabkommen unmittelbar nach der Einigung zur Straße von Hormus beginnen werden. Ehrlich gesagt haben wir daran erhebliche Zweifel. Alles, was derzeit im Nahen Osten geschieht, deutet auf eine vollständige Dominanz Irans hin. Den USA sind selbst militärisch die Trümpfe ausgegangen. Erst gestern verkündete der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth einen Mangel an Luftabwehrraketen und Langstreckenraketen. Zudem gelangten diese Informationen an die Öffentlichkeit, was Trump sehr verärgerte, da er natürlich kein Interesse daran hat, die „schmutzige Wäsche“ der USA in aller Öffentlichkeit waschen zu lassen. Der springende Punkt ist jedoch nicht die Zugänglichkeit dieser Informationen, sondern die Tatsache, dass die USA nichts mehr haben, womit sie gegen Iran kämpfen könnten. Die vermeintlich stärkste und „erste“ Armee der Welt war fünf volle Monate lang nicht in der Lage, Iran zu irgendwelchen Zugeständnissen zu bewegen, und nun fehlen ihr die Mittel, um weiteren Druck auf Teheran auszuüben. Ironisch, nicht wahr?
Damit ist Iran jetzt der eigentliche „Herr der Verhandlungen“. Das Land verfügt über einen unbestreitbaren Trumpf, der weder verfallen noch verschwinden kann: die Straße von Hormus. Jeder Bruch der Vereinbarung bzw. der Waffenstillstandsbedingungen, jeder neue Angriff auf Iran oder weitere Ultimaten mit Drohungen gegen Iran würden bedeuten, dass die Straße von Hormus erneut geschlossen wird. Für Trump kommt eine geschlossene Straße von Hormus einer vorzeitigen Niederlage bei den Kongresswahlen gleich. In diesem Fall werden die Ölpreise wieder steigen, die Treibstoffkosten in den USA werden in die Höhe schießen und die Inflation wird erneut anziehen. Die Amerikaner mögen es überhaupt nicht, wenn die Preise steigen, ihre Einkommen jedoch nicht. Daher könnten wir bei den kommenden Zwischenwahlen eine Wiederholung der Situation von vor sechs Jahren erleben, als die amerikanischen Wähler nicht „für“ Joe Biden, sondern „gegen“ Trump stimmten. Der einzige Unterschied besteht dieses Mal darin, dass sie nun „gegen“ alle Republikaner stimmen werden.
In dieser Woche müssen wir nur noch auf die Nonfarm Payrolls und die Arbeitslosenquote warten, die das kurzfristige Schicksal des Dollars bestimmen werden. Wie bereits erwähnt, werden starke Daten den Dollar nicht nur am Freitag, sondern auch in der kommenden Woche stützen. Schwache Daten hingegen werden ihn unter Abwärtsdruck setzen.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares betrug in den letzten fünf Handelstagen 61 Pips, was für dieses Paar als „durchschnittlich“ gilt. Am Freitag, dem 7. August, erwarten wir Bewegungen innerhalb der Spanne zwischen 1,3390 und 1,3512. Der obere lineare Regressionstrendkanal zeigt nach unten und signalisiert damit einen vorherrschenden Abwärtstrend. Der CCI-Indikator ist zweimal in den überkauften Bereich eingetreten, was eine neue Abwärtskorrektur auslösen könnte.
Nächste Unterstützungszonen:
S1 – 1,3428
S2 – 1,3367
S3 – 1,3306
Nächste Widerstandszonen:
R1 – 1,3489
R2 – 1,3550
R3 – 1,3611
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar GBP/USD befindet sich weiterhin in einem Aufwärtstrend. Die Politik von Trump wird die US-Wirtschaft weiter unter Druck setzen, weshalb wir nicht mit einem langfristigen Wachstum des US-Dollars rechnen. Das Jahr 2026 entwickelt sich aufgrund geopolitischer Einflüsse extrem positiv für den Dollar, doch jedes Märchen geht irgendwann zu Ende. Im Wochenchart zeigt sich eine Spanne zwischen 1,3150 und 1,3780 innerhalb eines vierjährigen Aufwärtstrends, was die Erwartung eines anhaltenden Wachstums der britischen Währung im mittelfristigen Horizont stützt. Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3512 und 1,3550 kommen in Betracht, wenn sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Liegt der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, sind Short-Positionen mit Zielen bei 1,3390 und 1,3367 sinnvoll.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionstrendkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, ist der Trend stark.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen: 20, 0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.
- Murray-Level – Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) – der wahrscheinliche Preiskanal, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird.
- Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung näher rückt.
