Der Dollar reagierte positiv auf die Meldung, dass die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA bei 199.000 lag. Der Wert der Vorwoche wurde um 1.000 nach oben revidiert, von 197.000 auf 198.000. Der gleitende Vierwochen-Durchschnitt, der die wöchentliche Volatilität glättet, ging deutlich zurück und fiel von revidierten 203.250 auf 198.750, ein Rückgang um 4.500.

Besonders aufschlussreich ist der Vergleich mit dem Vorjahr. In der entsprechenden Woche des Jahres 2025 lagen die saisonbereinigten Erstanträge bei 226.000 und damit um 27.000 höher als aktuell. Ohne saisonale Bereinigung wird das Bild noch klarer: Die tatsächliche Zahl der Anträge betrug 171.246 gegenüber 195.492 ein Jahr zuvor, ein Rückgang um 5.289 beziehungsweise 3,0 Prozent, während die saisonalen Faktoren einen Rückgang um 5.752 beziehungsweise 3,3 Prozent nahelegten.
Die regionale Aufschlüsselung zeigte deutliche Unterschiede zwischen den Bundesstaaten. Die größten Rückgänge bei den Erstanträgen für die Woche bis zum 25. Juli wurden in Michigan (-2.644), New York (-1.952), New Jersey (-1.377), Indiana (-1.340) und California (-1.313) verzeichnet. Demgegenüber fielen die Zuwächse deutlich geringer aus: Ohio (+629), Vermont (+347), Iowa (+111), Nevada (+64) und Maine (+49). Bemerkenswert ist, dass in keinem Bundesstaat ein Anstieg von mehr als 1.000 Anträgen registriert wurde.
Das Bild, das sich aus diesen wöchentlichen Daten ergibt, steht in starkem Kontrast zu den Einstellungszahlen aus dem ADP Employment Report für Juli. Private Arbeitgeber schufen lediglich 44.000 neue Stellen, wobei mehr als 80 Prozent des Zuwachses auf den Bildungs- und Gesundheitssektor entfielen, der 36.000 Stellen hinzufügte. Zum Vergleich: Unternehmen mit 1–19 Beschäftigten trugen 27.000 Stellen bei und damit mehr als die Hälfte des gesamten Ergebnisses.

Gerade der Vergleich dieser beiden Datensätze macht ein zentrales Merkmal des aktuellen amerikanischen Arbeitsmarkts deutlich. Arbeitgeber entlassen so gut wie keine Beschäftigten, was sich in den sehr niedrigen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und einem rückläufigen Vierwochen-Durchschnitt zeigt. Gleichzeitig sind sie jedoch äußerst zurückhaltend bei der Schaffung neuer Stellen, wie die verhaltenen ADP-Ergebnisse belegen. Dieses Regime aus wenigen Entlassungen bei gleichzeitig schwacher Neueinstellung führt zu einer statistisch stabilen, innerlich jedoch angespannten Struktur: Die Arbeitslosigkeit steigt nicht, weil kaum entlassen wird, doch die Suche nach einem neuen Job wird zunehmend schwieriger. In Bereichen, in denen die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen anhält, müssen Arbeitgeber die Löhne deutlich anheben, um Bewerber zu gewinnen.
