
Das Währungspaar EUR/USD notierte am Montag leicht schwächer. Das widerspricht einerseits nicht dem übergeordneten technischen Bild, wirkt andererseits aber dennoch etwas ungewöhnlich, da der Markt derzeit allen Grund hätte, den Dollar weiter zu verkaufen. Zur Erinnerung: Am Freitag wurden in den USA wichtige Nonfarm Payrolls veröffentlicht, die eine Anhebung des Leitzinses im September durch die Federal Reserve faktisch ausschließen. Unserer Ansicht nach hatte die Fed stark auf eine Abschwächung am Arbeitsmarkt gehofft, um eine geldpolitische Straffung zu vermeiden. Man sollte nicht vergessen, dass der Chef der Zentralbank derzeit ein Protegé von Donald Trump ist, der unablässig geldpolitische Lockerungen fordert. Daher ist unsere Einschätzung klar: Kevin Warsh wird alles in seiner Macht Stehende tun, um eine Anhebung des Leitzinses zu verhindern.
Tatsächlich geben die aktuellen makroökonomischen Daten keinen Anlass für eine Zinserhöhung. Die Inflation verlangsamt sich, und der Arbeitsmarkt steckt in einer weiteren Krise. Damit verfügt die Fed über alle legitimen Gründe, auf „hawkishe“ Schritte zu verzichten. Da der Markt offenbar bereits bei der Sitzung im Juni davon ausgegangen war, dass die Fed im Jahr 2026 mit einer Straffung beginnen würde, bleibt nun nichts anderes übrig, als diesen Irrtum einzugestehen und den Dollar zu verkaufen. Unserer Meinung nach hätte die amerikanische Währung nicht nur am Freitag, sondern auch am Montag fallen können – allein aus Trägheit im Abwärtstrend. Derzeit sehen wir keine Faktoren, die die US-Währung stützen könnten.
Zur technischen Situation wurde bereits viel gesagt. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist weiterhin intakt. Im vergangenen Jahr hat sich das Währungspaar EUR/USD überwiegend seitwärts bewegt. Solange sich der Kurs innerhalb des Seitwärtskanals befindet, kann er sich nur zwischen den beiden Begrenzungen bewegen. Die untere Begrenzung der Handelsspanne (im Wochenchart) wurde vor Kurzem erreicht, daher ist eine Bewegung in Richtung der oberen Begrenzung zu erwarten. Zwar ist der geopolitische Konflikt im Nahen Osten noch nicht gelöst, er steuert jedoch stetig auf ein logisches Ende zu. Gerüchten zufolge ist Donald Trump sogar bereit, auf nukleare Forderungen zu verzichten, nur um den Krieg mit Iran zu beenden. Somit ist es letztlich der US-Präsident, der nachgeben muss, um den Konflikt zu beenden, der der amerikanischen Wirtschaft und seinen eigenen politischen Umfragewerten irreparablen Schaden zufügt.
Wird der Konflikt beigelegt, verliert der Dollar einen weiteren Wachstumstreiber, denn im Jahr 2026 ist er ausschließlich aufgrund geopolitischer Faktoren gestiegen. Was bleibt also unter dem Strich? Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % wird die Fed den Dollar nicht stützen, geopolitische Faktoren tragen nicht länger zu seiner Stärke bei, die technische Situation spricht weiterhin für den Euro, die Europäische Zentralbank hat die Zinsen bereits mindestens einmal angehoben und könnte dies im September erneut tun, die makroökonomischen Daten in den USA verschlechtern sich abermals, und Trump setzt seine protektionistische Politik fort, die Investoren abschreckt und den US-Dollar in den Augen der Welt an Attraktivität verlieren lässt. Wir gehen davon aus, dass die amerikanische Währung in den nächsten 2–3 Jahren weiter abwerten wird. Im Jahr 2026 wurde dieser Prozess nur für einige Monate durch Trumps Krieg unterbrochen.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 11. August 40 Pips und wird als „niedrig“ eingestuft. Wir erwarten, dass sich das Paar am Dienstag innerhalb der Spanne von 1,1510 bis 1,1590 bewegt. Der obere Kanal der linearen Regression ist abwärtsgerichtet, was darauf hinweist, dass der Abwärtstrend weiterhin intakt ist. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, was auf eine mögliche Abwärtskorrektur hindeutet.
Nächste Unterstützungsniveaus:
- S1 – 1,1536
- S2 – 1,1505
- S3 – 1,1475
Nächste Widerstandsniveaus:
- R1 – 1,1566
- R2 – 1,1597
- R3 – 1,1627
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar EUR/USD setzt seinen Aufwärtstrend im 4-Stunden-Chart fort, was den Beginn eines neuen Zyklus des globalen Aufwärtstrends in höheren Zeitrahmen markieren könnte. Der übergeordnete fundamentale Hintergrund für den Dollar bleibt negativ, aber im Jahr 2026 sorgten zunächst geopolitische Faktoren, gefolgt von einem „hawkishen“ Kurs der Fed, für eine starke Unterstützung der US-Währung. Doch jedes Märchen geht früher oder später zu Ende. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1475 und 1,1444 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1590 und 1,1597 relevant.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, ist der Trend derzeit stark;
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte;
- Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden voraussichtlich bewegen wird;
- Wenn der CCI-Indikator in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) eintritt, deutet dies darauf hin, dass eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.
