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FX.co ★ Der Dollar hört auf Öl

Der Dollar hört auf Öl

„Versprechungen sind nicht dasselbe wie eine Ehe.“ Donald Trump sagte, die USA hätten die „volle Kontrolle“ über die Straße von Hormus und gelobte, dass Iran für Angriffe auf Schiffe bezahlen werde. Es gibt viele laute Worte, aber keinen wirklichen Fortschritt in den Gesprächen zwischen Washington und Teheran. Dennoch bewerten Anleger den US‑Dollar schon seit Langem nicht mehr anhand der Rhetorik des Weißen Hauses. Weitaus wichtiger ist, was am Anleihemarkt geschieht.

Fed-Zinsdynamik und Treasury-Renditen

Der Dollar hört auf Öl

Die Rally bei Brent-Öl und die steigenden Renditen von US-Treasuries haben den EUR/USD-„Bären“ wieder Auftrieb gegeben. Die Renditen der Staatsanleihen waren in der vergangenen Woche aufgrund schwächerer Nonfarm-Payroll-Daten gefallen, was die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung des Federal-Funds-Satzes verringerte. Doch die Eskalation in der Straße von Hormus hat den Markt erneut an Inflationsrisiken erinnert – und damit an die „Falken“ der Federal Reserve. Die Renditen der Treasuries werden sich bewegen – und der US-Dollar wird folgen.

Tatsächlich wirken die schwachen US-Arbeitsmarktdaten nicht mehr wie ein ausreichendes Argument, um die Renditen niedrig zu halten. Vermittler aus Pakistan erklärten, die Parteien seien einer „gewissen Einigung nahe“ in Bezug auf Hormus. Doch solange kein „weißer Rauch“ über der Meerenge aufsteigt, preisen die Teilnehmer am Derivatemarkt eine geopolitische Risikoprämie ein – und mit ihr eine steigende Wahrscheinlichkeit für eine Straffung durch die Fed.

Der Fokus liegt nun auf den Daten zum US-Verbraucherpreisindex, die am Mittwoch anstehen. Ein schwacher Bericht könnte nach dem arbeitsmarktbasierten Ausverkauf die Anleihekurse wieder stützen. Ein starker Wert, insbesondere bei steigenden Benzinpreisen, würde die Erwartungen einer strafferen Fed-Politik untermauern und die Falken bestätigen. Wie Mizuho anmerkt, könnte ein weicher CPI-Bericht taktisch helfen, doch die Frage ist, ob das ausreicht, um den Druck durch Energiepreise und Lieferketten bis September auszugleichen.

Dennoch könnte der anhaltende Konflikt und die schwindende Aussicht auf eine rasche Lösung den Anleihemarkt unabhängig vom Inflationsbericht belasten. In einem solchen Szenario gewinnt der Dollar gleich zwei Vorteile – seinen Status als sicherer Hafen und höhere Renditen. Der Euro bleibt Geisel eines auswärtigen Krieges, beobachtet die Straße von Hormus von der Seitenlinie und verfügt über keine eigenen Argumente für einen Gegenangriff. Strategen von ING gehen davon aus, dass der Zinsvorsprung der USA gegenüber der Eurozone so lange auf Seiten des Dollars bleibt, bis die Europäische Zentralbank klar das Ende ihres Lockerungszyklus signalisiert.

Der Dollar hört auf Öl

Ist der Greenback wirklich bereit, seine Position zu halten, falls die Meerenge am Ende doch geöffnet wird? Ich bezweifle, dass der Markt sich dieses Szenario so sehr wünscht, wie es der Dollar selbst zu tun scheint.

Aus technischer Sicht testet EUR/USD im Tageschart ein wichtiges Niveau – 1,1525. Hier verlaufen die obere Begrenzung der Fair-Value-Range und die 2-4-Linie des Wolfe-Wave-Musters. Ein Ausbruch nach unten würde ein Verkaufssignal liefern. Ein Abprall hingegen spräche für Käufe des Euro gegenüber dem US-Dollar.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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