Am Mittwoch ist das Währungspaar EUR/USD zunächst gestiegen und anschließend deutlicher gefallen, wobei es sich unterhalb des 76,4%-Retracement-Levels bei 1,1551 konsolidierte. Damit könnte sich der Rückgang heute in Richtung des nächsten Retracement-Levels von 61,8% bei 1,1507 fortsetzen. Ein Rebound von 1,1507 würde den Euro begünstigen und es den Tradern ermöglichen, auf eine Rückkehr zu 1,1551 zu hoffen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1507 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels von 50,0% bei 1,1472 erhöhen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch nach oben durchbrochen, während die letzte Abwärtswelle das vorherige Tief noch nicht unterschritten hat. Alle Wellen sind derzeit äußerst klein. Die geopolitischen Entwicklungen haben die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus geweckt, während Iran, die Vereinigten Staaten und Oman über die Kontrolle der strategisch wichtigen Meerenge verhandeln. Damit wirken die geopolitischen Faktoren derzeit nicht zugunsten des Dollars, während sich zugleich die bislang eher „hawkishen“ Markterwartungen in Bezug auf die Geldpolitik des FOMC abschwächen.
Das fundamentale Umfeld am Mittwoch bestand ausschließlich aus dem US-Inflationsbericht, und es ist festzuhalten, dass die Reaktion des Marktes darauf eher gemischt ausfiel. Die Inflation verlangsamte sich im Juli von 3,5 % im Jahresvergleich auf 3,4 % im Jahresvergleich, und es ist nach wie vor unklar, wie dieser Wert zu interpretieren ist. Die Inflation hat sich abgeschwächt, was die Bereitschaft und Neigung des FOMC, die Geldpolitik im September zu straffen, verringern dürfte. Gleichzeitig rechnen jedoch viele Experten mit einer Beschleunigung der Inflation im August, da der geopolitische Konflikt im Nahen Osten ungelöst bleibt, die Straße von Hormus weiterhin blockiert ist und die Ölpreise erneut deutlich gestiegen sind. Meiner Einschätzung nach könnte die Inflation im August einen neutralen Wert zeigen, ohne nennenswerte Beschleunigung oder Verlangsamung. Dies würde jedoch die aktuelle Lage nicht verändern. Der Verbraucherpreisindex bliebe weiterhin auf einem hohen Niveau. Entsprechend sollte der Markt weder mit einer weiteren Disinflation noch mit einem vollständigen Verzicht des FOMC auf eine straffere Geldpolitik rechnen.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals gefestigt, was nicht nur auf einen kurzfristigen bullischen Angriff, sondern auf einen ausgewachsenen Aufwärtstrend hindeutet. Die Erholung von 1,1578 ermöglichte es den Bären, einen schwachen Angriff zu starten, doch ein erneuter Rückprall von 1,1514 würde den Bullen neue Stärke verleihen. In keinem der Indikatoren sind neue sich entwickelnde Divergenzen zu erkennen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1514 würde auf eine Fortsetzung des Rückgangs hindeuten.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Händler 3.128 Long-Positionen und 17.484 Short-Positionen. Über sieben Wochen im Februar und März ist der überwältigende Vorteil der Bullen infolge des Kriegs im Iran dahingeschmolzen, während sich die Lage in den vergangenen neunzehn Wochen angesichts der vermeintlichen Waffenruhe und der Markthoffnungen auf ein Kriegsende wieder stärker ausgeglichen hat. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt derzeit bei 202.000, die der Short-Positionen bei 260.000. Die Bären übernehmen damit erneut die Führung.
Langfristig betrachtet zeigen die großen Marktteilnehmer nach wie vor ein starkes Interesse am Euro. Offensichtlich beeinflussen die verschiedensten Ereignisse rund um den Globus – an denen es in den vergangenen Jahren nicht gemangelt hat – die Stimmung der Investoren. Der Markt beobachtet derzeit insbesondere die Lage im Nahen Osten genau, wo der Krieg scheinbar endet, nur um dann doch wieder aufzuflammen. Zunächst ignorierte der Markt die Waffenruhe und anschließend die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Geopolitik bestimmt den Kurs des US-Dollars damit nicht mehr im Alleingang.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:
- Europäische Union – Veränderung der Industrieproduktion (09:00 UTC).
- Vereinigte Staaten – Erzeugerpreisindex (12:30 UTC).
- Vereinigte Staaten – Veränderung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC).
Am 13. August enthält der Wirtschaftskalender drei Termine, von denen ich keinen für besonders wichtig halte. Der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung wird am Donnerstag gering oder gar nicht spürbar sein.
EUR/USD-Prognose und Handelstipps:
Heute ist ein Kauf des Währungspaares bei einer Erholung vom Niveau 1,1507 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1551 möglich. Verkäufe waren nach einem Stundenschlusskurs unterhalb von 1,1551 mit Zielen bei 1,1507 und 1,1472 möglich. Diese Positionen können heute offen gehalten werden.
Die Fibonacci-Gitter sind im Stundenchart von 1,1620 bis 1,1325 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411 bis 1,1850 eingezeichnet.
