
Citi hat seine Prognose für den jährlichen Gewinn je Aktie des S&P 500 nach den Ergebnissen des zweiten Quartals von 350 auf 365 angehoben und gleichzeitig sein Jahresendziel für den Index von 8.100 bestätigt. Die Bank weist darauf hin, dass die aktuellen fundamentalen Faktoren den Markt weiterhin stützen, auch wenn es nach wie vor erhebliche Gründe für Vorsicht gibt.
Die von Scott Chronert geführten Strategen stellen fest, dass die „fundamentalen Rückenwinde“ für den Index „weitgehend intakt bleiben“. Eine Marktverbreiterung habe bereits eingesetzt und sollte ihrer Ansicht nach anhalten, während die Anleger zunehmend einpreisen, dass die Fed auf weitere Zinserhöhungen verzichten wird.
Besonders hervorzuheben in diesem Bild sind Unternehmen, die aktiv in AI-Infrastruktur investieren. Deren Entwicklung sollte den AI-bezogenen Teil des Index zumindest vorerst unterstützen.
Nach Einschätzung der Citi-Analysten hängt der Weg zu 8.100 von einer Kombination mehrerer Faktoren ab:
– einer weiteren Marktverbreiterung,
– der Erwartung einer weichen Landung,
– einer Neubewertung im Technologiesektor,
– einem wiederhergestellten Vertrauen in die fundamentalen Daten im Bereich AI.
Zugleich mahnen die Strategen zur Vorsicht: Zwar lagen die positiven Gewinnüberraschungen im zweiten Quartal leicht über den Erwartungen von Citi, doch ein großer Teil des Anstiegs der Konsensschätzungen wurde durch die Neubewertung von Large-Cap-Vermögenswerten getragen und lässt sich nicht direkt auf die operativen Ergebnisse zurückführen.
In einem breiteren Kontext verweisen Experten auf eine Beschleunigung des Umsatzwachstums auf Indexebene sowie auf eine weitere Margenausweitung. Das Gewinnwachstum nach Anlagestilen ähnelt eher einer Erholung nach einer Rezession, wobei das Team von Citi erneut betont, wie wichtig es ist, nicht-operative Komponenten bei der Beurteilung der Ergebnisse zu berücksichtigen. Dennoch sei das fundamentale Gesamtbild, wie es heißt, „robust“.
Citi hob außerdem die extrem konzentrierte Natur der Ergebnisverbesserung hervor. Der Gewinnkonsens für den Index ist von 312 US‑Dollar zu Jahresbeginn auf derzeit 361 US‑Dollar gestiegen – ein Plus von 49 US‑Dollar, von denen 45 US‑Dollar auf lediglich 20 Aktien entfallen. Der Jahreskonsens ist seit Ende des zweiten Quartals um 20 US‑Dollar gestiegen, doch nur 3 US‑Dollar dieses Zuwachses hängen mit Aufwärtsrevisionen der Prognosen für das dritte und vierte Quartal zusammen.
Infolgedessen ziehen die Analysten ein vorsichtiges Fazit: Rückenwind für die Gewinne bleibt unbestreitbar, allerdings mit Einschränkungen, die mit der Neubewertung von Vermögenswerten und dem Ausbleiben einer anhaltenden Anhebung der Prognosen für die übrigen Quartale des Jahres im Vergleich zu den starken Ergebnissen des zweiten Quartals zusammenhängen.
Die Argumente zugunsten einer weiteren Marktverbreiterung behalten in einem Soft-Landing-Szenario und vor dem Hintergrund eines „Goldilocks“-makroökonomischen Umfelds ihre Gültigkeit, fügen sie hinzu.
Darüber hinaus betont Citi, dass die Gruppe der KI-bezogenen Aktien weiterhin „entscheidend für das weitere Wachstum des Index“ bleibt. Wie die Strategen zusammenfassen, geht es hier um das Vertrauen in die Dauer und Nachhaltigkeit der derzeitigen fundamentalen Stärke.
