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FX.co ★ Britische Wirtschaft wächst viermal so schnell wie vor einem Jahr

Britische Wirtschaft wächst viermal so schnell wie vor einem Jahr

Das britische Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal nach vorläufiger Schätzung des ONS um 0,4 Prozent gewachsen und hat sich damit nach einem Anstieg von 0,6 Prozent im ersten Quartal abgeschwächt. Im Jahresvergleich ist die Wirtschaftsleistung um 1,2 Prozent höher als im entsprechenden Quartal des Vorjahres. Das Ergebnis entsprach damit vollständig den Prognosen der Ökonomen.

Britische Wirtschaft wächst viermal so schnell wie vor einem Jahr

Der Haupttreiber des Wachstums war der Dienstleistungssektor, der um 0,5 Prozent zulegte. Das Baugewerbe leistete einen moderaten positiven Beitrag mit einem Anstieg von 0,3 Prozent, während die Industrieproduktion keinerlei Zuwachs verzeichnete und im Quartalsvergleich ein Nullwachstum auswies. Diese Struktur macht die Wirtschaft spürbar von einem Segment abhängig, da Dienstleistungen rund vier Fünftel des britischen BIP ausmachen.

Die zeitgleich veröffentlichten monatlichen Aufschlüsselungen zeigen, wie sich das Quartal entwickelte. Das BIP stieg im Juni um 0,3 Prozent, nachdem es im Mai stagnierte; der Wert für Mai wurde von zuvor veröffentlichten 0,1 Prozent auf 0,0 Prozent nach unten revidiert, nach einem unveränderten Rückgang um 0,1 Prozent im April. Mit anderen Worten: Das Quartal begann schwach und wurde ausschließlich durch einen starken Juni nach oben gezogen.

Vor dem Hintergrund des vergangenen Jahres wirken die aktuellen Zahlen deutlich überzeugender. Im Jahr 2025 stagnierte die britische Wirtschaft weitgehend: Das Wachstum lag im zweiten Quartal bei 0,2 Prozent und im dritten sowie vierten Quartal jeweils bei 0,1 Prozent. Vor diesem Hintergrund signalisiert das aufeinanderfolgende Wachstum von 0,6 und 0,4 Prozent in den ersten beiden Quartalen 2026 eine spürbare Beschleunigung, wobei für 2025 ein Jahreswachstum von 1,3 Prozent verzeichnet wurde.

Pro-Kopf-Zahlen bestätigen, dass es sich um ein reales Wachstum handelt, das sich nicht allein durch die Demografie erklären lässt. Das reale BIP pro Kopf stieg im Quartal um 0,4 Prozent und lag im Jahresvergleich um 1,0 Prozent höher. Zum Vergleich: Über weite Teile des Jahres 2025 veränderte sich dieser Wert kaum; im dritten und vierten Quartal zeigte er überhaupt keine Dynamik.

Für die Geldpolitik am interessantesten war der Block der Preisindikatoren, der fast unbeachtet blieb. Das nominale BIP stieg im Quartal um 0,8 Prozent und im Jahresvergleich um 4,1 Prozent. Gleichzeitig legte der BIP-Deflator, der breiteste Indikator für die Inflation in der Binnenwirtschaft, nur um 0,4 Prozent im Quartal zu, nach 1,1 Prozent im ersten Quartal. Auf Jahresbasis lag der Deflator bei 2,9 Prozent, mit einem bedeutenden Beitrag der Konsumausgaben der privaten Haushalte, der Exporte und der Bruttoanlageinvestitionen. Diese deutliche Abschwächung des Deflators innerhalb eines Quartals stellt ein verstecktes Argument für die Tauben bei der Bank of England dar, das das britische Pfund gestern geschwächt hat.

Im Unterschied zum Verbraucherpreisindex umfasst der BIP-Deflator die gesamte Binnenwirtschaft und nicht nur die Konsumausgaben und bildet auch Veränderungen der relativen Export‑Import‑Preise ab. Seine nahezu dreifache Verlangsamung im Quartalsverlauf deutet darauf hin, dass der binnenwirtschaftliche Preisdruck in der britischen Wirtschaft spürbar nachlässt – selbst vor dem Hintergrund des externen Energieschocks infolge des Konflikts rund um die Straße von Hormus.

Für die BoE ergibt sich aus dem Bericht ein gemischtes, aber eher beruhigendes Bild. Die Zentralbank beließ den Leitzins bei der letzten Sitzung mit einem Abstimmungsergebnis von 6:3 bei 3,75 Prozent, während Huw Pill, Megan Greene und Catherine Mann für eine sofortige Anhebung plädierten. Moderates, aber tragfähiges Wachstum von 0,4 Prozent in Verbindung mit einem sich verlangsamenden Deflator liefert den Falken keine neuen Argumente, und es gibt auch keine offensichtliche Schwäche, die eine Zinssenkung rechtfertigen würde. Händler bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September weiterhin mit etwas über 50 Prozent, und die aktuellen Daten haben diese Einschätzung nicht wesentlich verändert.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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