
Heute, am Freitag, zieht EUR/USD Käufer an, da das Paar seine Erholung oberhalb der 100-Tage-SMA fortsetzt. Die aktuellen Kassakurse versuchen, aus der zweiwöchigen Handelsspanne nach oben auszubrechen. Dennoch bleiben die Signale am Markt gemischt.
Der am Donnerstag veröffentlichte U.S. Producer Price Index blieb hinter den Erwartungen zurück und deutet zusammen mit den schwachen Consumer Price Index-Daten auf eine Abschwächung der Gesamtinflation hin. Dies verschafft der U.S. Federal Reserve Spielraum, die Zinsen unverändert zu lassen, was wiederum den Rückgang des Dollars unter sein Zwei-Wochen-Tief begrenzt.

Auf der anderen Seite wird der Euro durch die wachsenden Erwartungen gestützt, dass die Europäische Zentralbank (ECB) die Zinsen im September um 25 Basispunkte anheben wird, da die Inflation in Europa weiterhin über dem Zielwert von 2 % liegt. Gleichzeitig könnte die anhaltende geopolitische Unsicherheit den Rückgang des Dollars als sicherer Hafen begrenzen und damit verhindern, dass die EUR/USD-Bullen ihre Aufwärtsbewegung weiter ausdehnen.
In den jüngsten Entwicklungen vom Freitag haben NATO-Kampfjets eine Drohne im lettischen Luftraum abgeschossen, während Finnland vorübergehende Beschränkungen für den Luft- und Schiffsverkehr im östlichen Teil des Finnischen Meerbusens verhängte. Zudem schoss Russland nach Angaben von Reuters über Nacht 15 Drohnen nahe seiner Grenze zu Finnland und Estland ab, was eine weitere Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine darstellt.
Darüber hinaus preisen Händler weiterhin eine Risikoprämie für militärische Aktionen ein, vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in der Straße von Hormus. Verstärkt wird dies durch Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen auf Schiffe im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab sowie durch einen aktuellen Bericht über einen Drohnenangriff auf eine Saudi Aramco-Raffinerie, was das Risiko eines umfassenderen regionalen Konflikts erhöht. All dies stützt die Nachfrage nach dem US-Dollar und begrenzt das Aufwärtspotenzial von EUR/USD.
Aus technischer Sicht ist der Ausbruch des Währungspaares über den 100-Tage-SMA positiv für die Bullen zu werten. Gleichzeitig bleiben die Oszillatoren positiv und sind weit vom überkauften Bereich entfernt, was auf weiteres Aufwärtspotenzial hindeutet. Der nächste Widerstand liegt nun am runden Kursniveau von 1,1600, während die entscheidende Unterstützung am runden Kursniveau von 1,1500 zu finden ist. Damit die Bullen jedoch die volle Kontrolle über den Markt übernehmen können, müssen sie den 200-Tage-SMA nach oben durchbrechen.
