
Der Goldpreis konsolidiert sich weiterhin oberhalb der wichtigen Marke von 4400,00 und hält damit das in der vergangenen Woche aufgebaute positive Momentum aufrecht. Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt die Schwäche des US-Dollars vor dem Hintergrund sinkender Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve im September. Allerdings begrenzen geopolitische Unsicherheit und anhaltende Inflationsrisiken im Zusammenhang mit den Ölpreisen das Potenzial für weitere Kursgewinne.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts zeigte sich XAU/USD robust und notierte bei rund 4423,00, nachdem sich das Paar von einem jüngsten Rückgang unter 4300,00 erholt hatte. Der erneute Druck auf den US-Dollar ist dabei der wichtigste unterstützende Faktor.
Der Rückgang der Erwartungen für eine Zinserhöhung der Fed war ein entscheidender Katalysator. Laut dem CME FedWatch Tool ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von über 50 % in der Vorwoche auf etwa 33 % gesunken.

Diese Entwicklung folgte auf eine Reihe schwacher Konjunkturdaten aus den USA, darunter ein enttäuschender Non-Farm-Payrolls-(NFP)-Bericht, nachlassende Inflation (gemessen an den CPI- und PPI-Indizes), ein unerwarteter Rückgang der Einzelhandelsumsätze im Juli um 0,6 % sowie ein Absinken des University of Michigan Consumer Sentiment Index auf 51,0.
Sorgen über die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die Lage in der Region um die Straße von Hormus stützen weiterhin die Ölpreise, was wiederum die Inflationsrisiken auf der Agenda hält und für zusätzliche Unsicherheit bei der Fed sorgt.
Kurze technische Analyse

Aus technischer Sicht behält XAU/USD eine mittelfristig bullische Tendenz bei, konsolidiert oberhalb der 50- und 200-Tage-Gleitenden Durchschnitte, stößt jedoch auf starken Widerstand im Bereich von 4400,00.
Im Tageschart:
- Die EMA50 liegt bei etwa 4235,00. Der Kurs notiert deutlich über diesem Niveau, was die anhaltende bullische Dynamik bestätigt.
- Die EMA144 befindet sich in der Nähe von 4340,00.
- Die EMA200 verläuft um 4290,00 und bildet eine wichtige langfristige Unterstützungszone. Ein Ausbruch unter dieses Niveau, gefolgt von einem weiteren Anstieg, deutet auf den Übergang in einen nachhaltigen Bullenmarkt hin.
- Der RSI (14) liegt bei etwa 65–66 und nähert sich der überkauften Zone, was auf eine Korrektur oder eine Konsolidierung hindeuten könnte.
- Der OsMA befindet sich im positiven Bereich und bestätigt damit die anhaltende bullische Dynamik, im Einklang mit der positiven Zone, in der er sich weiterhin bewegt.
Schlüsselmarken: Widerstand: 4443,00–4450,00 (erste Widerstandszone), 4560,00–4580,00 (nächster Widerstand). Unterstützung: 4400,00 (psychologische Marke), 4340,00, 4311,00 (Wochentief), 4300,00 (psychologische Marke), 4290,00, 4235,00. Wichtige Ereignisse im Fokus
| Datum | Ereignis | Erwartete Auswirkung auf XAU/USD |
|---|---|---|
| 19. August | FOMC-Protokoll | „Dovisher“ Ton = Unterstützung; „Hawkisher“ Ton = Druck |
| 27.–29. August | Jackson Hole Symposium | Signale der Fed = entscheidender Treiber |
Fazit und Empfehlungen:
Das Währungspaar XAU/USD befindet sich in einer Konsolidierungsphase oberhalb des wichtigen Widerstandsbereichs bei 4400,00, wobei ein schwächerer US‑Dollar und nachlassende Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Fed eine Basis für weiteres Wachstum schaffen. Allerdings begrenzen technische Widerstände und die anhaltende Unsicherheit in Bezug auf die geopolitische Lage und die Geldpolitik das Aufwärtspotenzial. Die wichtigsten Impulsgeber werden das FOMC-Protokoll am Mittwoch und das Jackson Hole Symposium Ende August sein.

Für kurzfristige Trader:
- Long-Positionen bei einem bestätigten Ausbruch über 4445,00 eröffnen, mit Kurszielen bei 4550,00–4600,00 und einem Stop-Loss unter 4375,00.
- Short-Positionen erst bei einem Ausbruch unter 4290,00 in Betracht ziehen – mit Bestätigung durch fundamentale Faktoren (hawkische Signale der Fed oder ein stärkerer Dollar) und einem Stop-Loss über 4340,00.
- Den FOMC-Sitzungsprotokollen und Kommentaren von Fed-Vertretern besondere Aufmerksamkeit schenken – unerwartete Signale können scharfe Kursbewegungen auslösen.
Für mittelfristige Investoren:
- Eine konstruktive Position einnehmen, angesichts des schwächeren Dollars und der gesunkenen Erwartungen weiterer Fed-Zinserhöhungen.
- Eine mögliche Korrektur auf 4214,00 (EMA200 im 4-Stunden-Chart) – 4235,00 (50‑Tage-EMA) kann genutzt werden, um Long-Positionen aufzubauen, solange das fundamentale Umfeld positiv bleibt.
- Prognosen großer Banken berücksichtigen: UBS erwartet, dass Gold bis zum Jahresende auf 5500,00 steigen könnte, während J.P. Morgan bei günstigen Bedingungen eine Rückkehr auf 5000,00 nicht ausschließt.
Risikomanagement:
- Vor der Veröffentlichung der FOMC-Protokolle und dem Jackson-Hole-Symposium vorsichtig bleiben – die Volatilität könnte hoch sein.
- Stop-Loss-Marken strikt einhalten – Ausbrüche wichtiger Niveaus können deutliche Kursbewegungen auslösen.
- Inflationsdaten und Kommentare von Fed-Vertretern beobachten, da sie weiterhin die wichtigsten Treiber sind.
- Im Hinterkopf behalten, dass steigende Ölpreise vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen Inflationsrisiken wiederbeleben und zu erneuten hawkischen Zinserwartungen der Fed führen könnten, was das Aufwärtspotenzial von Gold begrenzt.
