Der Dollar setzte seine Abschwächung gegenüber Risikoanlagen gestern fort, nachdem das US-Finanzministerium angekündigt hatte, das Volumen seines Anleiherückkaufprogramms mindestens zu verdoppeln.
Die veröffentlichten Protokolle der FOMC-Sitzung vom Juli zeigten jedoch, dass hinter der nach außen hin ruhigen Entscheidung, den Leitzins unverändert zu lassen, eine deutlich angespanntere Debatte stand. Neun Teilnehmer befürworteten die Beibehaltung der geldpolitischen Spanne von 3,50–3,75 %, während drei Mitglieder – Hammack, Kashkari und Logan – abwichen und für eine Anhebung um 25 Basispunkte stimmten.

Für den Markt war nicht die Stimmenzahl an sich entscheidend, sondern die Formulierungen, die die Mehrheitsrhetorik widerspiegelten. Viele Teilnehmer kamen zu dem Schluss, dass eine weitere Straffung wahrscheinlich erforderlich sein würde, falls die Inflation nicht nachhaltig zu fallen beginnt. Das ist eine spürbar härtere Haltung, als die Entscheidung allein vermuten ließ, und deutet darauf hin, dass die Pause im Juli eher eine Verzögerung als eine Absage an weitere Straffungen war.
Die Abweichler argumentierten aus einer präventiven Perspektive. Mehrere Befürworter einer Anhebung meinten, eine Straffung jetzt würde helfen, später größere Schritte zu vermeiden. Diese Sichtweise findet sich auch in späteren öffentlichen Kommentaren der Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, wieder. Sie stellte fest, dass ein einzelner Schritt um 25 Basispunkte wahrscheinlich nur geringe unmittelbare Auswirkungen auf die Wirtschaft hätte und dass eher eine Serie von Anhebungen Gegenstand der Diskussion sei.
Auch die Einschätzung der Inflationsdynamik in den Protokollen war besorgniserregend. Mehrere Teilnehmer stellten fest, dass die Preissteigerungen im vergangenen Jahr breit über Waren- und Dienstleistungskategorien verteilt gewesen seien. Die Fed führte diesen Druck gleichzeitig auf vier Faktoren zurück: Zölle, Energie, den Konflikt im Nahen Osten und durch KI-Investitionen getriebene Nachfrage. Die Anerkennung des breit angelegten Charakters der Inflation ist wichtig, weil sie das Argument untergräbt, der derzeitige Preisdruck sei rein extern und vorübergehend.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Beobachtung zu den finanziellen Bedingungen. Einige Teilnehmer erklärten, die Bedingungen hätten sich infolge starken Wirtschaftswachstums und der Markterwartungen verschärft, was bedeute, dass die Fed zu einer restriktiveren Haltung übergehen könne, ohne zusätzliche aktive Schritte zu unternehmen. Mit anderen Worten: Der Markt erledigt einen Teil der Arbeit der Fed, indem er die Renditen nach oben treibt, was dem Committee zusätzlichen Spielraum zum Abwarten verschafft.
Fast alle Ausschussmitglieder waren sich einig, die Formulierung in der Erklärung beizubehalten, dass die Fed für „Preisstabilität sorgen“ werde. Der Konsens über dieses Ziel – trotz Meinungsverschiedenheiten über den Leitzins – zeigt, dass sich der Dissens auf das Timing und die Mittel bezog, nicht auf die Ziele.
Das in den Protokollen gezeichnete Konjunkturbild bleibt günstig. Der Arbeitsmarkt ist stabil, die Arbeitslosenquote liegt bei rund 4,2 %, und die Beschäftigung wächst in etwa im Gleichschritt mit dem Anstieg des Arbeitskräfteangebots. Die Wirtschaft expandiert weiterhin in einem gleichmäßigen Tempo, wobei KI-Investitionen, Konsumausgaben und Produktivitätswachstum als Haupttreiber genannt werden. Die grundlegende Inflationsprognose hat sich gegenüber Juni kaum verändert, während die Wirtschaftsprojektion leicht nach unten revidiert wurde.
Ein bemerkenswerter institutioneller Vorschlag des Vorsitzenden wurde aufgegriffen: Kevin Warsh regte an, eine Reduzierung der Zahl der planmäßigen Fed-Sitzungen von acht auf sechs pro Jahr zu diskutieren. Es wurde keine Entscheidung getroffen, und der Sitzungskalender für den Rest des Jahres 2026 wird nicht geändert. Der Vorschlag fügt sich in Warshs umfassendere Agenda ein, die Arbeitsweise der Fed zu restrukturieren, einschließlich eines Rückzugs von direkter Marktsignalisierung und der Einrichtung von fünf Arbeitsgruppen zur Überprüfung der geldpolitischen Ansätze. Weniger Sitzungen würden weniger Anlässe für Marktspekulationen zwischen den Entscheidungen bedeuten – aber auch weniger Flexibilität, auf sich rasch ändernde Bedingungen zu reagieren.
Wie oben erwähnt, ignorierte der Dollar jedoch den restriktiven Unterton der Fed und fiel nach den Ankündigungen des Treasury weiter, die viele Marktteilnehmer als verdeckte QE interpretierten.
