EUR/USD Analyse 5M

Das Währungspaar EUR/USD verzeichnete am Freitag einen recht deutlichen Rückgang, und wir haben die Gründe dafür bereits in unseren fundamentalen Artikeln erläutert. Kurz gesagt wurden vollkommen neutrale oder sogar negative Ereignisse für den Dollar vom Markt als positiv für den Dollar interpretiert. Wie sich zeigt, kann im August 2026 ein negativer jährlicher Nonfarm-Payrolls-Bericht als positiv gewertet werden, sofern er nicht allzu schockierend ausfällt. Die Händler haben sich daran gewöhnt, dass der US-Arbeitsmarkt so schwach ist, dass selbst ein Verlust von 79.000 Arbeitsplätzen als eher positiv angesehen wird, weil es noch deutlich schlimmer hätte kommen können. Erwähnenswert ist, dass in dieser Woche ein neuer Nonfarm-Bericht für August veröffentlicht wird – zusammen mit einer ganzen Reihe wichtiger Daten zur Geschäftstätigkeit, Arbeitslosigkeit und Inflation. Entscheidend ist es, mit der Inflation zu beginnen, da sie derzeit für die Europäische Zentralbank bei der Bestimmung der Geldpolitik Priorität hat. Am Montag wird der Verbraucherpreisindex in Deutschland veröffentlicht, am Dienstag in der Europäischen Union. In beiden Fällen wird mit einer Beschleunigung der Inflation gerechnet, sodass der Ausblick der EZB vor der September-Sitzung deutlich „hawkisher“ werden könnte. Das sind ausgezeichnete Nachrichten für die europäische Währung, denn im Gegensatz zur Federal Reserve kann die EZB tatsächlich ein zweites Mal die Zinsen anheben.
Aus technischer Sicht ist das Paar nach dem Bruch der Aufwärtstrendlinie sowie der Senkou-Span-B- und Kijun-sen-Linien in einen neuen Abwärtstrend übergegangen, was im Stundenchart klar zu erkennen ist. Daher könnte das Paar in naher Zukunft weiter fallen. In dieser Woche werden sowohl in den USA als auch in der Eurozone zahlreiche wichtige Daten veröffentlicht, sodass das Paar seinen Kurs mehrmals ändern könnte.
Im 5-Minuten-Chart bildeten sich am Freitag drei Verkaufssignale. Die ersten beiden Signale waren Abpraller aus dem Bereich 1,1657–1,1665, die sich gegenseitig bestätigten und es den Tradern ermöglichten, Short-Positionen zu eröffnen. Während der US-Handelssitzung wurde zudem die Senkou-Span-B-Linie durchbrochen, sodass Short-Positionen bis zum Erreichen von 1,1585 gehalten werden konnten.
COT-Bericht

Der jüngste COT-Bericht ist auf den 25. August datiert. In der Darstellung im Wochen-Chart ist klar erkennbar, dass die Netto-Position der nicht-kommerziellen Händler auf „bärisch“ gedreht ist und sich im Jahr 2026 infolge geopolitischer Ereignisse deutlich verringert hat. Händler haben sich in den letzten Monaten von der europäischen Währung zugunsten des US-Dollars getrennt. Die Politik von Donald Trump hat sich nicht verändert, doch zeitweise fungierte der Dollar als „Reservewährung“.
Wir sehen nach wie vor keine fundamentalen Faktoren, die die US-Währung stärken würden. Der Krieg im Nahen Osten machte den Dollar vorübergehend sehr attraktiv, doch sobald dieser Faktor sein „Ablaufdatum“ erreicht, wird sich alles wieder normalisieren. Dieser Prozess könnte bereits abgeschlossen sein. Langfristig könnte der Euro bis auf das Niveau von 1,08 $ fallen (Trendlinie), doch der Aufwärtstrend bleibt weiterhin intakt. In den vergangenen Monaten des Dollaranstiegs hat sich das Währungspaar dieser Linie nicht wesentlich angenähert.
Die Lage der roten und blauen Linien des Indikators weist auf eine ungefähre Parität zwischen Bullen und Bären hin. In der letzten Berichtswoche stieg die Zahl der Long-Positionen in der Gruppe der „Non-commercial“ um 2.700, während die Zahl der Short-Positionen um 20.000 zurückging. Folglich erhöhte sich die Netto-Position im Wochenverlauf um 22.700 Kontrakte.
EUR/USD Analyse 1H

Im Stundenchart beendete das Paar am Freitag seinen Aufwärtstrend. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt und hat sich nicht verbessert, doch das reicht nicht aus, um dem Dollar weitere, kräftige Zugewinne zu bescheren. Die Rede von Kevin Warsh und der jährliche Nonfarm Payrolls-Report stützten den Dollar, allerdings sehen wir keine wesentlichen Gründe für Optimismus oder hervorragende Perspektiven für die US‑Währung. In dieser Woche könnten die US-Konjunkturdaten das Wachstum des Dollars zum Stillstand bringen.
Für den 31. August heben wir für den Handel die folgenden Niveaus hervor — 1,1234, 1,1274, 1,1362–1,1368, 1,1461–1,1473, 1,1536–1,1542, 1,1585, 1,1657–1,1665, 1,1750–1,1760, 1,1786, 1,1830–1,1837, sowie die Senkou-Span-B-Linie (1,1611) und den Kijun-sen (1,1629). Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte. Vergessen Sie nicht, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, wenn sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt. So schützen Sie sich vor möglichen Verlusten, falls sich das Signal als falsch herausstellt.
Am Montag veröffentlicht Deutschland den Verbraucherpreisindex für August, der helfen könnte, die Inflation in der Eurozone abzuschätzen. Ein Anstieg der Inflation (insbesondere über die Prognosen hinaus) könnte einen Anstieg der europäischen Währung auslösen.
Handelsempfehlungen:
Heute können Trader Short-Positionen mit Ziel 1,1536–1,1542 in Betracht ziehen, sofern sich der Kurs unterhalb von 1,1585 etabliert. Ein Kursabprall vom Niveau 1,1585 eröffnet die Möglichkeit für Long-Positionen, doch der Trend hat bereits nach unten gedreht, und darüber liegen zwei starke Widerstände in Form der Ichimoku-Indikatorlinien.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sind dicke rote Linien, an denen eine Kursbewegung enden kann. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
Die Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien sind Ichimoku-Indikatorlinien, die vom 4‑Stunden‑Chart in den Stundenchart übertragen wurden. Es handelt sich um starke Linien.
Extremniveaus sind dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor bereits abgeprallt ist. Sie sind Quellen für Handelssignale.
Gelbe Linien markieren Trendlinien, Trendkanäle und sonstige technische Formationen.
Indikator 1 in den COT‑Charts zeigt die Höhe der Netto-Position jeder Händlerkategorie.
