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FX.co ★ USD: Fed-Chef Kirsch präsentiert einen restriktiven Ausblick

USD: Fed-Chef Kirsch präsentiert einen restriktiven Ausblick

Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im September ist nach Kevin Warshs Rede in Jackson Hole von 35 % auf 60 % gestiegen, und der Dollar, der noch vor einer Woche am Rand eines Abwärtsausbruchs stand, erhielt einen kräftigen Impuls zur Aufwertung.

Warshs zentrale Aufgabe bestand darin, das Vertrauen in die Fed wiederherzustellen. Nach der Sitzung im Juli, bei der er sich vage Formulierungen erlaubte, die nahelegten, der Markt könne „die Arbeit der Fed erledigen“, indem die Renditen steigen, sah er sich Kritik ausgesetzt, und Investoren begannen, an der Entschlossenheit der Fed im Kampf gegen die Inflation zu zweifeln. Diese Zweifel trieben die Renditen langer Anleihen nach oben und schufen Probleme für den US‑Haushalt. Warsh musste diese Bedenken ausräumen, weshalb seine Rede offen deutlich restriktiv ausfiel.

Er räumte ein, dass die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung in den vergangenen zwei Jahren begrenzt waren, die finanziellen Rahmenbedingungen nicht durchgehend restriktiv gewesen sind und dass die Fed bereit ist, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Zwischen den Zeilen war klar zu lesen: Ja, eine Zinserhöhung wird notwendig sein.

Das entscheidende Datum ist nun der 11. September – die Veröffentlichung des Inflationsberichts für August. Sollte dieser eine Beschleunigung zeigen, könnte der Markt eine Zinserhöhung im September mit Wahrscheinlichkeiten von über 80 % einpreisen. Fallen die Daten hingegen verhaltener aus, könnte Warsh sich auf eine „Datenabhängigkeit“ berufen und den Leitzins unverändert lassen.

Der CFTC‑Bericht zeigte, dass die aggregierte Long‑Position im Dollar gegenüber den wichtigsten Währungen rasch abnimmt – um 8,4 Mrd. US‑Dollar auf 26,2 Mrd. US‑Dollar. Die Dominanz bleibt zwar deutlich, doch die Anlegerstimmung ist klar erkennbar, und derzeit stützt im Wesentlichen nur Warshs restriktive Rede in Jackson Hole den Dollar.

USD: Fed-Chef Kirsch präsentiert einen restriktiven Ausblick

Nun stellt sich die Frage, wie nachhaltig die anfängliche Reaktion des Marktes auf Warshs Rede aus Sicht der Anleger künftig sein wird. Die US-Wirtschaft gilt als widerstandsfähig, wobei Prognosen darauf hindeuten, dass das US-BIP in den Jahren 2026–2027 weiterhin mit einer Rate von rund 2 % wachsen wird, gestützt durch Investitionen in künstliche Intelligenz und eine anhaltend robuste Konsumnachfrage.

Der Arbeitsmarkt wird weiterhin als ausgewogen eingeschätzt, und die Arbeitslosenquote dürfte sich in der Nähe des aktuellen Niveaus bewegen. Dieser Optimismus gibt Warsh Anlass zu der Annahme, dass die Wirtschaft eine Zinserhöhung gegebenenfalls „verkraften“ kann.

Der Inflationsausblick bleibt jedoch kompliziert. Der Kern-PCE (der bevorzugte Indikator der Fed) dürfte bis zum Jahresende über 3 % bleiben und erst 2027 langsam in Richtung Zielniveau zurückgehen. Zudem sind die Risiken nach oben gerichtet: Hohe Energiepreise im Zusammenhang mit dem Konflikt im Persischen Golf könnten die Inflation jederzeit wieder anfachen.

Der Konflikt rund um die Straße von Hormus ist womöglich der schwierigste Faktor für den Dollar. Er liefert nicht mehr den klaren Aufwärtsschub, der im Juli zu beobachten war, verhindert aber zugleich einen freien Fall der US‑Währung. Schätzungen von Goldman Sachs zufolge haben sich die Ölexporte aus dem Persischen Golf auf etwa zwei Drittel des Vorkriegsniveaus erholt und liegen im Durchschnitt bei rund 15–16 Millionen Barrel pro Tag, während das militärische Kräfteverhältnis ausgeglichen bleibt. Es scheint, als sei der Konflikt in eine Phase der „gelenkten Eskalation“ eingetreten. Er löst keine panikartige Nachfrage nach sicheren Anlagen mehr aus, lässt die Märkte aber auch nicht zu, das Risiko einer großflächigen Schließung der Meerenge vollständig auszupreisen. Kurzfristig ist dies eher ein neutraler Faktor: Der Dollar hat seine geopolitische Prämie verloren, erhält aber keinen neuen negativen Impuls.

Ein restriktives Szenario wird etwas wahrscheinlicher, demzufolge die Fed im September die Zinsen anheben wird. In diesem Fall dürfte der Dollar gegenüber allen wichtigen Währungen aufwerten, und das Währungspaar EUR/USD könnte auf 1,15 und darunter zurückfallen.

Verlangsamt sich die Inflation hingegen weiter und enttäuschen die Einzelhandelsumsätze sowie der Arbeitsmarkt, gäbe es keinen Anlass für eine Zinserhöhung, und die Märkte könnten beginnen, eine Zinssenkung im Jahr 2027 einzupreisen. In diesem Szenario würde der Dollar seinen Abwärtstrend wieder aufnehmen, und EUR/USD könnte versuchen, sein Hoch bei 1,1710 zu testen und darüber hinauszusteigen. Wir halten dieses Szenario für etwas weniger wahrscheinlich als das bullische, wenn auch nur geringfügig.

Und natürlich bleibt das offene Szenario einer scharfen Eskalation in der Straße von Hormus. Der Iran könnte die Meerenge vollständig schließen; die Ölpreise würden in die Höhe schießen und der Dollar würde erneut starken Auftrieb als Fluchtwährung erhalten. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Verlaufs scheint jedoch gering.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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