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FX.co ★ EUR/USD – 1. September: Bereitet sich die Fed auf ihre erste geldpolitische Straffung vor?

EUR/USD – 1. September: Bereitet sich die Fed auf ihre erste geldpolitische Straffung vor?

Am Montag erholte sich EUR/USD bis zum 100,0%-Retracement-Level bei 1,1620. Ein Abprall von diesem Niveau würde den US‑Dollar begünstigen und eine Wiederaufnahme des Rückgangs in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Levels bei 1,1551 unterstützen. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1620 würde es den Tradern ermöglichen, mit einem weiteren Anstieg in Richtung des 127,2%-Retracement-Levels bei 1,1700 zu rechnen.

EUR/USD – 1. September: Bereitet sich die Fed auf ihre erste geldpolitische Straffung vor?

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, während die neue Abwärtswelle das vorherige Tief noch nicht unterschritten hat. Die geopolitische Lage bleibt durchweg negativ: Zwischen Iran und den USA finden keine Verhandlungen statt, und die Blockade der Straße von Hormus besteht fort. Allerdings ist die Haltung des FOMC, die nach wie vor stark widersprüchlich ist, für den US-Dollar derzeit wichtiger.

Das fundamentale Umfeld war am Montag ausgesprochen widersprüchlich. Händler konnten sich im Grunde nur auf den deutschen Verbraucherpreisindex stützen, der im Jahresvergleich von 2,8 % auf 2,9 % gestiegen ist, doch die meisten zogen es vor, aus dieser Kennzahl keine weitreichenden Schlüsse zu ziehen. Heute wird in wenigen Stunden der Inflationsbericht für den Euroraum veröffentlicht, der zeigen wird, wie ernst die Lage beim Preisauftrieb in Europa ist. Die EZB wird diesen Bericht als Grundlage für ihre geldpolitische Entscheidung in ein paar Wochen heranziehen. Zudem ist in den vergangenen Tagen am Markt erneut der Glaube an eine geldpolitische Straffung durch das FOMC aufgekommen, doch diese Erwartung hat die US-Währung bislang nur geringfügig gestützt. Die Bären haben in der vergangenen Woche aggressiv attackiert, doch der Großteil der Dollar-Gewinne entstand innerhalb weniger Stunden nach der Rede von Kevin Warsh am Freitag. Wie man so sagt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Der Markt glaubt den Aussagen des Fed-Präsidenten über die Notwendigkeit, die hohe Inflation zu bekämpfen, hegt aber gleichzeitig erhebliche Zweifel an einer weiteren Straffung der Geldpolitik vor dem Hintergrund der aktuellen Lage der US-Wirtschaft und des Arbeitsmarktes. In dieser Woche wird ein neuer Nonfarm-Payrolls-Bericht veröffentlicht, sodass sich der Ausblick auf den Kurs der Fed-Politik bis zum Ende der Woche klarer abzeichnen dürfte.

EUR/USD – 1. September: Bereitet sich die Fed auf ihre erste geldpolitische Straffung vor?

Im 4-Stunden-Chart setzt das Paar seine Abwärtsbewegung fort und hat sich unterhalb des aufwärts gerichteten Trendkanals etabliert. Ein Rückprall vom Fibonacci-Niveau von 50,0 % bei 1,1588 führte zu einer leichten Erholung des Euro, während eine Konsolidierung unterhalb von 1,1588 die Erwartung eines weiteren Rückgangs in Richtung des nächsten Korrekturniveaus von 38,2 % bei 1,1526 stützen würde. Auf keinem der Indikatoren sind derzeit aufkommende Divergenzen zu beobachten.

Commitments of Traders (COT) Report:

EUR/USD – 1. September: Bereitet sich die Fed auf ihre erste geldpolitische Straffung vor?

In der jüngsten Berichts­woche eröffneten professionelle Trader 2.678 Long-Positionen und schlossen 20.058 Short-Positionen. Der überwältigende Vorteil der Bullen, der sich über die sieben Wochen im Februar und März aufgebaut hatte, ist aufgrund des Kriegs im Iran wieder verflogen. In den vergangenen 22 Wochen hat sich die Lage im Zuge eines vermeintlichen Waffenstillstands und der Markthoffnungen auf ein Kriegsende hingegen weitgehend ausgeglichen. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt derzeit bei 198.000, die der Short-Positionen bei 235.000. Die Bären liegen weiterhin vorne, doch ihr Vorteil schrumpft rapide.

Insgesamt zeigen große Marktteilnehmer langfristig nach wie vor erhebliches Interesse am Euro. Natürlich beeinflussen die vielfältigen Ereignisse rund um den Globus, die in den vergangenen Jahren besonders zahlreich waren, die Stimmung der Investoren. Aktuell beobachtet der Markt insbesondere die Lage im Nahen Osten genau, wo der Krieg abwechselnd seinem Ende nahe scheint und dann doch wieder aufflammt. Allerdings bestimmt die Geopolitik das Schicksal des Dollars nicht mehr allein.

Wirtschaftskalender für die USA und die Europäische Union:

  • Deutschland – Veränderung der Einzelhandelsumsätze (06:00 UTC).
  • Europäische Union – Verbraucherpreisindex (09:00 UTC).
  • USA – ISM Manufacturing PMI (14:00 UTC).
  • USA – JOLTS-Stellenangebote (14:00 UTC).

Am 1. September enthält der Kalender mit Wirtschaftsereignissen vier Einträge. Davon würde ich den ISM-Index und die Inflationsdaten in Europa hervorheben. Der fundamentale Hintergrund könnte die Marktstimmung am Dienstag beeinflussen.

EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:

Long-Positionen im Währungspaar können heute in Betracht gezogen werden, sobald es auf dem Stundenchart über 1,1620 schließt, mit einem Kursziel bei 1,1700. Short-Positionen waren nach einer Abprallbewegung von 1,1700 auf dem Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1620 möglich. Heute würde ein erneuter Abprall von 1,1620 die Eröffnung neuer Short-Positionen mit einem Ziel bei 1,1551 ermöglichen.

Die Fibonacci-Netze sind auf dem Stundenchart von 1,1620–1,1325 und auf dem 4-Stunden-Chart von 1,1849–1,1325 gezogen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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