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FX.co ★ EUR/USD – Smart-Money-Analyse: Ist die hohe Inflation ein Risiko für den Euro?

EUR/USD – Smart-Money-Analyse: Ist die hohe Inflation ein Risiko für den Euro?

EUR/USD – Smart-Money-Analyse: Ist die hohe Inflation ein Risiko für den Euro?

Das Währungspaar EUR/USD fiel sechs Tage in Folge, doch der Vormarsch der Bären könnte nun an sein Ende kommen. Insgesamt lässt sich mit einiger Sicherheit sagen, dass die Bären eigentlich nur am vergangenen Freitag wirklich attackiert haben – zunächst nach der Rede des FOMC-Präsidenten Kevin Warsh und anschließend nach der Revision der jährlichen Nonfarm-Payroll-Daten. Keines dieser Ereignisse war eindeutig bärisch, sie lassen sich aber entsprechend interpretieren, wenn man dies möchte. Wie ich bereits schrieb, hätte der Nonfarm-Payrolls-Bericht deutlich schlechter ausfallen können, als er es letztlich tat, während Warshs Rede erneut als „hawkish“ gedeutet werden konnte. Eine nüchterne Bewertung der Daten legt jedoch nahe, dass es selbst am Freitag keinen wirklichen Grund für einen Anstieg des Dollars gab. Der Nonfarm-Payrolls-Bericht fiel negativ aus, und Kevin Warsh sprach lediglich über hohe Inflation, ohne eine Zinserhöhung oder konkrete Maßnahmen in Aussicht zu stellen. Der Europreis fiel bis zur Basis der Imbalance 21, und dort kam die Abwärtsbewegung bislang zum Stillstand. Von hier aus wird vieles vor allem von den Arbeitsmarktdaten und den Arbeitslosenzahlen aus den USA abhängen.

Insgesamt stützt das fundamentale Umfeld aus meiner Sicht weiterhin klar die Bullen. Erstens ist auf jedem Chart deutlich zu sehen, dass der Euro seinen Anstieg von relativ niedrigen Niveaus aus begonnen hat, verglichen mit dem durchschnittlichen Preis des vergangenen Jahres. Das bedeutet, dass nach oben weiterhin Potenzial besteht. Zweitens zweifelt der Markt weiterhin daran, dass das FOMC die Geldpolitik im September straffen wird – unabhängig davon, welche Aussagen Warsh trifft. Drittens waren die Konjunkturdaten aus den USA zuletzt durchweg enttäuschend. Viertens liefern die geopolitischen Entwicklungen den Bären beziehungsweise dem Dollar keine Unterstützung mehr. Fünftens könnte die EZB im Herbst eine weitere Straffung der Geldpolitik vornehmen. Sechstens hat das US-Finanzministerium beschlossen, seine Käufe von langfristigen Anleihen zu erhöhen und damit die Dollarnachfrage zu verringern. Siebtens könnte in naher Zukunft ein neuer Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada sowie zwischen den USA und China beginnen. Achtens schrumpft der US-Arbeitsmarkt, was Warshs „hawkische Initiativen“ ausbremsen könnte. Somit sehe ich derzeit keinen einzigen Grund für einen „bärischen“ Vormarsch.

Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten fielen schwach aus, die Inflation geht zurück, und das BIP-Wachstum verliert an Schwung. Diese drei Faktoren lassen mich nicht nur an einer Zinserhöhung des FOMC im September zweifeln, sondern auch an einer bis zum Jahresende. Aus meiner Sicht liegt die derzeit einzige Chance der Bären in einer erneuten Eskalation im Nahen Osten. Donald Trump neigt jedoch nicht zu einer militärischen Eskalation. Er will nun stattdessen wirtschaftlichen Druck auf den Iran ausüben.

Das aktuelle technische Bild spricht für eine Fortsetzung der „bullischen“ Dynamik. Der Kurs hat die letzte „bullische“ Imbalance 21 vollständig geschlossen und könnte sogar die vorherige „bullische“ Imbalance 20 erreichen. Die kombinierte Reaktion auf diese beiden Muster könnte die Bullen wieder in den Markt zurückbringen, sodass die Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen werden kann. Sollten eines oder beide Muster negiert werden, könnten die Bären ihrerseits zur Offensive ansetzen – sie bräuchten dafür aber ebenfalls fundamentale Unterstützung. Woher sollten sie diese bekommen?

Das Konjunkturumfeld am Dienstag ermöglichte es den Bullen, eine neue Attacke zu starten. Die Inflation in der Europäischen Union stieg – wie von den Marktteilnehmern erwartet – auf 3,3 %. Möglicherweise blieb ein Anstieg des Euro aus, weil die Markterwartungen mit dem tatsächlichen Wert übereinstimmten, doch einen Kursrückgang hatte sich die Gemeinschaftswährung sicher nicht „verdient“. Bislang fassen die Trader in dieser Woche eher uneinheitliche Entscheidungen.

Für 2026 gibt es nach wie vor eine Vielzahl von Gründen für einen Angriff der Bullen, und selbst der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten hat deren Zahl nicht verringert. Strukturell und im großen Bild haben sich Trumps politische Maßnahmen, die im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Rückgang des Dollars geführt haben, nicht geändert. Derzeit sehe ich trotz der formal „hawkischen“ Haltung des FOMC keine nennenswerten Faktoren, die die US-Währung stützen. Geopolitische Entwicklungen, die die Nachfrage nach dem Dollar über weite Teile der ersten Jahreshälfte 2026 gestützt haben, tun dies inzwischen nicht mehr. Der Konflikt im Nahen Osten ist zwar ungelöst, doch weder vom Iran noch von den USA sind neue Kampfhandlungen ausgegangen.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:

  • Vereinigte Staaten – ADP Beschäftigungsänderung (12:00–15:00 UTC).

Am 2. September steht im Wirtschaftskalender nur ein einziger Punkt, den ich nicht für bedeutend halte. Der Einfluss des fundamentalen Hintergrunds auf die Stimmung an den Märkten wird am Mittwoch daher äußerst gering oder gar nicht spürbar sein.

EUR/USD Prognose und Handelsempfehlungen:

Aus meiner Sicht befindet sich das Währungspaar weiterhin in der Ausbildung eines „bullischen“ Trends, der ein ganzes Jahr pausiert hat. Das fundamentale Umfeld schlug vor sechs Monaten zwar abrupt zugunsten der Bären um, doch der Trend selbst kann nicht als aufgehoben oder abgeschlossen gelten. Langfristig würde ich sagen, dass sich das Paar in einer Seitwärtsrange bewegt. Eine Range hebt den übergeordneten Trend jedoch nicht auf. Somit können die Bullen ihren Vormarsch nach zwei deutlichen Liquiditätssweeps markanter Tiefs durchaus fortsetzen. Derzeit verfügen die bullischen Marktteilnehmer über eine hervorragende Unterstützungszone in Form der Imbalance 21. Innerhalb dieser Imbalance oder der Imbalance 20 könnte sich ein neues Kaufsignal ausbilden. Als Kursziele auf der Oberseite für den Euro sehe ich 1,1797 und 1,1850.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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