Handelsanalyse für Mittwoch:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Am Mittwoch versuchte das Währungspaar EUR/USD, seine Abwärtsbewegung nach dem Bruch der aufsteigenden Trendlinie fortzusetzen, doch es fällt dem Dollar mittlerweile spürbar schwer, weiter zu steigen. Zur Erinnerung: Globale Faktoren stützen weiterhin so gut wie jede Währung außer dem US‑Dollar, und selbst in den vergangenen zwei Wochen (in denen der Dollar stärker wurde) gab es praktisch keine stichhaltigen Gründe für seinen Aufschwung. So wurden in den USA in dieser Woche vier vergleichsweise wichtige Berichte zum Arbeitsmarkt und zur Geschäftstätigkeit veröffentlicht, von denen keiner die US‑Währung gestützt hat. Die aktuelle Aufwertung des Dollars ist daher rein korrektiver Natur, ausgelöst durch technische Faktoren und durch die Überzeugung des Marktes, dass die Federal Reserve im September straffen wird. Am vergangenen Freitag sprach Fed‑Chef Kevin Warsh erneut über die hohe Inflation in den USA, was vom Markt als Signal gewertet wurde, dass eine Straffung bevorstehen könnte. Aus diesem Grund steigt der Dollar, obwohl die Indikatoren vom Arbeitsmarkt schwach ausfallen.
5M‑Chart des EUR/USD‑Paares

Im 5-Minuten-Chart am Mittwoch bildeten sich vier Handelssignale, doch die Händler blieben den Großteil des Tages unentschlossen in Bezug auf die Richtung. Zunächst prallte der Kurs dreimal vom Bereich 1,1584–1,1594 nach oben ab, schaffte es jedoch nicht, sich auch nur 15 Pips in die gewünschte Richtung zu bewegen. Später kam es zu einer Konsolidierung oberhalb von 1,1584–1,1594, aber das Paar konnte auch dann nicht weiter steigen.
Wie man am Donnerstag handelt:
Im Stundenchart befindet sich EUR/USD nach einem Monat des Anstiegs weiterhin in einer Korrektur. Angesichts aller jüngsten Ereignisse gehen wir davon aus, dass der Euro seinen Aufwärtstrend auch ohne lokale Unterstützung allmählich fortsetzen dürfte. Die US-Währung verfügt derzeit über keine anderen Wachstumstreiber als den beinahe religiösen Glauben des Marktes an eine Zinserhöhung der Fed.
Am Donnerstag können Einsteiger Short-Positionen mit Ziel 1,1527–1,1531 in Betracht ziehen, falls sich der Kurs unterhalb des Bereichs 1,1584–1,1594 etabliert. Long-Positionen können bei einem Abprall vom Bereich 1,1584–1,1594 eröffnet werden, mit Ziel 1,1655–1,1665.
Im 5-Minuten-Chart sind folgende Marken zu beachten: 1,1366–1,1377, 1,1461–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1665, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837. Am Donnerstag werden in der Eurozone und in Deutschland die zweite Schätzung der Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor veröffentlicht, in den USA stehen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der ISM-Index für den Dienstleistungssektor an. Dem ISM-Index für den Dienstleistungssektor sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Wichtige Regeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Bildung (Abprall oder Ausbruch) benötigt wird. Je kürzer diese Zeitspanne, desto stärker das Signal.
- Wenn an einem bestimmten Level aufgrund von Fehlsignalen zwei oder mehr Trades eröffnet wurden, sind alle nachfolgenden Signale von diesem Level zu ignorieren.
- In einer Seitwärtsphase (Flat) kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale erzeugen oder überhaupt keine. Technische Levels können dabei an Aussagekraft verlieren.
- Im Stundenchart sollten Handelssignale des MACD-Indikators nur dann umgesetzt werden, wenn die Volatilität hoch ist und eine Trendlinie oder ein Trendkanal den Trend bestätigt.
- Befinden sich zwei Levels zu nah beieinander (innerhalb von 5–20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- oder Widerstandszone betrachtet werden.
- Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt hat, sollte der Stop-Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Worauf man in den Charts achten sollte:
Preisniveaus (Zonen) von Unterstützung und Widerstand sind Levels, die beim Eröffnen von Kauf- oder Verkaufstrades als Zielmarken dienen oder als Quellen von Signalen fungieren.
Rote Linien markieren Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend veranschaulichen und die bevorzugte Handelsrichtung zum jeweiligen Zeitpunkt anzeigen.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein Hilfsindikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung von Währungspaaren erheblich beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung mit höchster Vorsicht gehandelt werden, oder man verlässt den Markt, um plötzliche Umkehrungen gegen die vorherige Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Handel sollten sich bewusst sein, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und konsequentes Risikomanagement sind der Schlüssel zu langfristigem Erfolg im Trading.
