
Gold (XAU/USD) weist weiterhin eine positive Tendenz auf, bleibt jedoch unter der Marke von 4.450 US-Dollar, da die fundamentalen Signale gemischt sind. Niedrigere Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen und die schwachen ADP-Beschäftigungsdaten vom Mittwoch belasten den US-Dollar und unterstützen die Erholung von Gold nach einer optimistischen Gegenbewegung von einem Tiefstand auf dem niedrigsten Niveau seit fast vier Wochen.

Steigende Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve sowie Inflationsrisiken infolge höherer Energiepreise könnten sich jedoch auf die Renditen von US-Staatsanleihen auswirken und damit das Aufwärtspotenzial des Edelmetalls begrenzen. Die geopolitische Unsicherheit könnte zudem den Dollar als sicheren Hafen stützen, was bei der Eröffnung von Positionen in Erwartung weiterer Kursgewinne bei Gold zu Vorsicht mahnt.
Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 62 % für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank auf ihrer bevorstehenden Sitzung am 15.–16. September ein. Diese Erwartungen wurden am vergangenen Freitag durch falkenhafte Äußerungen von Fed Chair Kevin Warsh untermauert. Zudem wachsen die Sorgen, dass höhere Energiepreise die Inflationsdynamik erneut verstärken könnten, was eine straffere Geldpolitik der Fed begünstigen und damit den Rückgang des Dollars sowie in der Folge das Aufwärtspotenzial von Gold begrenzen dürfte.
Bemerkenswert ist auch, dass die Ölpreise nahe dem am Mittwoch erreichten höchsten Stand seit dem 24. Juli notieren, was vor dem Hintergrund der eskalierenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran geschieht, einschließlich neuer US-Angriffe auf iranische Einrichtungen und Vergeltungsangriffe Teherans im Persischen Golf.
Zu den Spannungen trägt die Aussage des US-Präsidenten Donald Trump bei, er sei bereit, einen neuen Angriff auf den Iran zu starten. Dies, zusammen mit den anhaltenden Zusammenstößen in der Straße von Hormus, stützt die geopolitische Risikoprämie, die voraussichtlich weiterhin sowohl die Ölpreise als auch den US‑Dollar unterstützt. Daher wäre es sinnvoll, auf anhaltenden Kaufdruck zu warten, bevor man schlussfolgert, dass Gold seinen Boden gefunden hat und neue Long-Positionen eröffnet.
Für bessere Handelschancen könnten Trader auf die Veröffentlichung des wichtigen US-Berichts zu den Nonfarm Payrolls (NFP) am Freitag warten, der zusätzliche Signale zur künftigen Ausrichtung der Fed-Politik liefern und helfen wird, die nächste Phase der Bewegung des XAU/USD-Paares zu bestimmen.
Aus technischer Sicht kann bei einem Ausbruch von Gold über 4.450 US-Dollar und einem Schlusskurs oberhalb dieses Niveaus mit weiterer bullischer Stärke gerechnet werden. Gleichzeitig sind die Oszillatoren positiv und bestätigen den Vorteil der Bullen. Im Falle eines Rückgangs befindet sich die nächstgelegene Unterstützung bei 4.360 US-Dollar, der 100‑Tage‑SMA.
