Handelsrückblick am Donnerstag:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD erholte sich am Donnerstag nach einer zweiwöchigen Korrektur von 1,1584 und versucht nun, seinen Aufwärtstrend wieder aufzunehmen. Wenn man alle makroökonomischen Veröffentlichungen dieser Woche analysiert und versucht, sie mit den Bewegungen des Paares in Einklang zu bringen, stellt man fest, dass es keinerlei Korrelation gibt. Am Montag, Dienstag und Mittwoch hätte der makroökonomische Hintergrund eigentlich zu einer Aufwertung des US-Dollars führen müssen, am Donnerstag dagegen zu einer Abschwächung. Tatsächlich sahen wir jedoch genau die gegenteiligen Bewegungen. So wurde gestern in den USA ein recht guter und wichtiger ISM-Index für die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor veröffentlicht. Es war der erste ausländische Bericht in dieser Woche, der die Prognosen übertraf. Dennoch verbrachte die US-Währung den gesamten Tag mit Kursverlusten. Die Schlussfolgerung liegt daher auf der Hand: Der Markt reagiert derzeit nicht auf Nachrichten, die nicht „mega-wichtig“ sind. Heute werden die Arbeitslosenquote und die Nonfarm Payrolls veröffentlicht, und auf Berichte dieser Größenordnung dürfte der Markt reagieren.
5M-Chart des EUR/USD-Paares

Auf dem 5-Minuten-Chart (TF) bildete sich am Donnerstag ein Kaufsignal. Zu Beginn der europäischen Sitzung prallte der Kurs von der Zone 1,1584–1,1594 nach oben ab, wodurch Trader Long-Positionen eröffnen konnten. Bis zum Ende des Tages bewegte sich das Paar nur nach oben, sodass der Trade etwa 25–30 Pips Gewinn einbringen konnte.
Wie man am Freitag handelt:
Auf dem Stundenchart setzt das EUR/USD-Paar seine Korrektur nach einem einmonatigen Anstieg fort. Unter Berücksichtigung aller Ereignisse der vergangenen Monate gehen wir davon aus, dass der Euro weiter stetig steigen sollte, selbst ohne lokale Unterstützung. Der US-Dollar verfügt derzeit über keine Wachstumstreiber, abgesehen vom nahezu religiösen Vertrauen des Marktes in eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve.
Am Freitag können Einsteiger Short-Positionen mit einem Ziel bei 1,1584–1,1594 in Betracht ziehen, wenn der Kurs von der Zone 1,1655–1,1665 nach unten abprallt. Long-Positionen können eröffnet werden, wenn sich das Paar über 1,1655–1,1665 behauptet; die Zielzone liegt dann bei 1,1745–1,1754.
Auf dem 5-Minuten-Chart sollten die Niveaus 1,1366–1,1377, 1,1461–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1665, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837 beachtet werden. Am Freitag veröffentlicht die EU die Einzelhandelsumsätze, und in den USA erscheinen die wichtigen Nonfarm Payrolls sowie die Arbeitslosenquote. Daher könnte die Volatilität heute hoch sein.
Wichtige Regeln des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Ausbildung (Abpraller oder Ausbruch) benötigt wird. Je kürzer diese Zeit, desto stärker das Signal.
- Wenn an einem bestimmten Level aufgrund von Fehlsignalen zwei oder mehr Trades eröffnet wurden, sollten alle weiteren Signale von diesem Level ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase (Flat) kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale generieren oder auch gar keine. Technische Levels können in solchen Phasen an Bedeutung verlieren.
- Auf dem Stundenchart sollten Handelssignale des MACD-Indikators nur dann berücksichtigt werden, wenn die Volatilität hoch ist und eine Trendlinie oder ein Trendkanal den vorherrschenden Trend bestätigt.
- Wenn zwei Levels zu dicht beieinander liegen (innerhalb von 5–20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- oder Widerstandszone betrachtet werden.
- Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt hat, sollte der Stop-Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Worauf man in den Charts achten sollte:
Kursniveaus (Zonen) von Unterstützung und Widerstand sind Levels, die als Ziele beim Eröffnen von Kauf- oder Verkaufstrades oder als Quellen für Signale dienen.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend veranschaulichen und die bevorzugte Handelsrichtung zum jeweiligen Zeitpunkt anzeigen.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein Hilfsindikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Berichte (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung von Währungspaaren stark beeinflussen. Daher sollte man zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht handeln oder den Markt verlassen, um plötzliche Umkehrbewegungen gegen den vorangegangenen Trend zu vermeiden.
Angehende Forex-Trader sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und konsequentes Money-Management sind entscheidend für langfristigen Erfolg im Trading.
