Analyse von EUR/USD 5M

Das Währungspaar EUR/USD konnte die Abwärtsbewegung am Donnerstag nicht fortsetzen, obwohl die Rahmenbedingungen an diesem Tag eigentlich für einen neuen Rückgang sprachen. Der wichtigste Bericht des Tages – der US-Index der ISM-Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor – fiel besser als erwartet aus, dennoch verlor der Dollar an diesem Tag an Wert. Das bestärkte uns in der Einschätzung, dass das makroökonomische Umfeld derzeit keinen echten Einfluss auf die Bewegungen am Devisenmarkt hat. Zur Erinnerung: In dieser Woche waren alle Veröffentlichungen in der EU und den USA (mit Ausnahme des jüngsten ISM-Berichts) für den Dollar ungünstig. Dennoch legte die US-Währung an den ersten drei Wochentagen zu. Am Donnerstag hingegen fiel sie, obwohl der ISM-Index sie eigentlich hätte stützen sollen. Wir sind daher eher der Ansicht, dass der Schlüssel in der Geldpolitik der Federal Reserve liegt. Der Markt weiß nicht genau, was er von der Sitzung im September erwarten soll, weshalb es zu starken Ausschlägen kommt. Mit der erneut gesunkenen Wahrscheinlichkeit weiterer geldpolitischer Straffung setzte der US-Dollar zur Korrektur an. Zudem erinnern wir Trader daran, dass der Euro mittel- bis langfristig weiterhin einen Aufwärtstendenz aufweist.
Aus technischer Sicht ist der Abwärtstrend des Paares beendet, was durch den Bruch der Trendlinie bestätigt wird. Allerdings wurde die Senkou-Span-B-Linie bislang noch nicht überwunden, sodass sich die Aufwärtsbewegung des Dollars theoretisch durchaus wieder fortsetzen könnte. Heute werden die Bewegungen des Paares vollständig von den Nonfarm Payrolls und der Arbeitslosenquote abhängen.
Im 5-Minuten-Chart am Freitag wurden vier Handelssignale generiert, doch ob diese überhaupt handelbar waren, ist sehr fraglich. Erstens deutete der einzige wichtige Bericht des Tages auf einen Rückgang des Paares hin, obwohl wir den ganzen Tag über einen Anstieg beobachteten. Zweitens bildeten sich die Signale zwischen Ichimoku-Linien und Marken, die lediglich 20–30 Pips auseinanderlagen. Positionen mit einem Ziel von nur 20–30 Pips zu eröffnen, war bestenfalls wenig sinnvoll.
COT-Report

Der jüngste COT-Bericht ist vom 25. August datiert. Im wöchentlichen Zeitfenster ist klar erkennbar, dass die Netto-Position der Non-Commercial-Trader aufgrund geopolitischer Ereignisse im Jahr 2026 auf „bearish“ gedreht und deutlich zurückgegangen ist. Händler haben in den vergangenen Monaten ihr Euro-Engagement zugunsten des US-Dollar reduziert. Trumps Politik hat sich nicht verändert, aber der Dollar hat eine Zeit lang erneut als „Reservewährung“ fungiert.
Wir sehen nach wie vor keine fundamentalen Faktoren für eine nachhaltige Stärkung der US-Währung. Der Krieg im Nahen Osten hat den Dollar vorübergehend extrem attraktiv gemacht, doch wenn dieser Faktor ausläuft, dürfte sich alles wieder normalisieren – und dieser Prozess könnte bereits abgeschlossen sein. Langfristig könnte der Euro bis auf 1,08 $ (Trendlinie) fallen, aber der übergeordnete Aufwärtstrend bliebe intakt. Trotz der jüngsten Monate der Dollar-Stärke ist das Währungspaar nicht an diese Trendlinie herangelaufen.
Die roten und blauen COT-Indikatorlinien deuten auf ein ungefähres Gleichgewicht zwischen Bullen und Bären hin. In der letzten Berichtswoche stieg die Zahl der Long-Positionen bei den Non-Commercials um 2.700, während die Short-Positionen um 20.000 sanken. Entsprechend erhöhte sich die Netto-Position in dieser Woche um 22.700 Kontrakte.
Analyse von EUR/USD im 1-Stunden-Chart (1H)

Im Stundenchart könnte das Währungspaar EUR/USD einen neuen Aufwärtstrend beginnen. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt und bessert sich nicht, doch das reicht bislang nicht aus, um eine neue, kräftige Dollar-Rally auszulösen. Die Kommentare von Kevin Warsh und die jährlichen Nonfarms haben den Dollar zwar gestützt, aber wir sehen keine soliden Gründe für großen Optimismus gegenüber der US‑Währung. Ein Durchbruch über die Senkou Span B‑Linie würde den Weg nach oben für den Euro freimachen.
Für den 4. September heben wir die folgenden Handelsniveaus hervor: 1,1234, 1,1274, 1,1362–1,1368, 1,1461–1,1473, 1,1536–1,1542, 1,1585, 1,1657–1,1665, 1,1750–1,1760, 1,1786, 1,1830–1,1837 sowie die Linien Senkou Span B (1,1641) und Kijun‑sen (1,1604). Die Ichimoku‑Linien können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte. Vergessen Sie nicht, den Stop‑Loss auf Breakeven nachzuziehen, wenn sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt. So schützen Sie sich vor möglichen Verlusten, falls sich das Signal als falsch herausstellt.
Am Freitag wird in der EU ein vergleichsweise unbedeutender Einzelhandelsumsatzbericht veröffentlicht, der die Aufmerksamkeit des Marktes voraussichtlich nicht auf sich ziehen wird. In den USA stehen heute die wichtigsten Berichte der Woche an – Nonfarm Payrolls und die Arbeitslosenquote. Diese Veröffentlichungen bestimmen zu einem großen Teil die September‑Entscheidung der Fed und die Markterwartungen, sodass die Reaktion der Trader heute stark ausfallen kann.
Handelsempfehlungen:
Heute können Trader Short‑Positionen mit Kursziel 1,1585–1,1604 oder tiefer in Erwägung ziehen, falls der Kurs von der Senkou Span B‑Linie nach unten abprallt. Ein Ausbruch über den Bereich 1,1657–1,1665 würde die Eröffnung von Long‑Positionen mit Ziel 1,1750–1,1760 ermöglichen.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Unterstützungs- und Widerstandsniveaus – dicke rote Linien, in deren Nähe die Bewegung enden kann. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
- Kijun‑sen‑ und Senkou Span B‑Linien – Ichimoku‑Linien, die aus dem H4‑Chart auf den Stundenchart übertragen wurden. Es handelt sich um starke Linien.
- Extremniveaus – dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor abgeprallt ist. Sie sind Quellen für Handelssignale.
- Gelbe Linien – Trendlinien, Trendkanäle und andere technische Formationen.
- Indikator 1 in den COT‑Charts – die Größe der Netto‑Position für jede Händlerkategorie.
