
Gold (XAU/USD) steht den zweiten Tag in Folge unter Verkaufsdruck. Gleichzeitig bleibt das Edelmetall über dem Tief vom Freitag, das nach der Veröffentlichung der optimistischen US-Arbeitsmarktdaten für den Vormonat markiert wurde. Dies veranlasst bärische Marktteilnehmer zu Vorsicht, bevor sie Entscheidungen über mögliche weitere Verluste treffen.
Der vielbeachtete US-Bericht zu den Nonfarm Payrolls (NFP) zeigte, dass die Wirtschaft im August 162.000 neue Stellen geschaffen hat und damit die Konsensprognose von 56.000 deutlich übertraf. Weitere Daten wiesen aus, dass die Arbeitslosenquote wie erwartet unverändert bei 4,1 % blieb, während die jährliche Lohninflation, gemessen an der Veränderung der durchschnittlichen Stundenlöhne, von 3,2 % auf 3,1 % zurückging.
Gleichzeitig werden steigende Inflationsrisiken infolge höherer Energiepreise sowie wachsende Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) zum Monatsende als Faktoren betrachtet, die den US-Dollar stützen und Gold belasten.
Zugleich wird der US-Arbeitsmarkt als stabil und verbessert eingeschätzt.
Nach Einschätzung der Analysten von TD Securities bestätigen die jüngsten Daten die Sichtweise, dass der US-Arbeitsmarkt stabil bleibt. Sie betonen, dass die offiziellen Zahlen auf einen „positiven Schwung im privaten Sektor in Bezug auf die Beschäftigung“ hindeuten, was darauf schließen lässt, dass sich der Arbeitsmarkt in guter Verfassung befindet und sich weiter verbessern könnte.
Unterdessen erklärte Fed-Gouverneur Christopher Waller am vergangenen Donnerstag, er neige dazu, eine Beibehaltung der Zinsen auf dem aktuellen Niveau zu unterstützen, falls kommende Daten einen Rückgang des Inflationsdrucks bestätigen. Dieser Faktor hindert Dollar-Bullen daran, vor der Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten später in dieser Woche aggressiv Positionen aufzubauen, was wiederum höhere Goldpreise unterstützen könnte.
Der US-Erzeugerpreisindex (Producer Price Index, PPI) und der Verbraucherpreisindex (Consumer Price Index, CPI) werden am Donnerstag bzw. Freitag veröffentlicht. Ihre Auswertung wird zusätzliche Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Fed liefern. Dies wiederum dürfte den größten Einfluss auf die kurzfristige Dynamik des US-Dollars haben und dem XAU/USD einen neuen Impuls geben.
Gleichzeitig stützt die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus die geopolitische Risikoprämie und stärkt den Dollar als sicheren Hafen. Am Samstag griffen US-Streitkräfte drei iranische Öltanker an, woraufhin die Islamischen Revolutionsgarden des Iran Angriffe auf sechs Schiffe starteten. Diese gegenseitigen Maßnahmen schüren die Sorgen um die Sicherheit der Schifffahrt auf dieser strategisch wichtigen Route und erhöhen die Risiken für die Stabilität der Ölversorgung aus dem Nahen Osten. Dies wiederum stützt die hohen Ölpreise und befeuert die Inflationserwartungen.

Dies setzt den Goldpreis unter Druck und veranlasst Käufer dazu, vorsichtig zu agieren, bevor sie möglicherweise neue Long-Positionen eröffnen.
Aus technischer Sicht hält sich XAU/USD weiterhin deutlich über dem exponentiellen 200-Tage-Durchschnitt (EMA) und über dem einfachen 100-Tage-Durchschnitt (SMA), liegt jedoch unter dem einfachen 200-Tage-Durchschnitt (SMA). Dies deutet darauf hin, dass sich die aktuelle Seitwärtsbewegung trotz des Rückgangs der Oszillatoren fortsetzt. Derzeit befinden sich die Oszillatoren in einer neutralen Position, was die Seitwärtsbewegung von XAU/USD bestätigt. Der nächste Widerstand liegt bei 4.450 US-Dollar. Die nächste Unterstützung stellt der einfache 100-Tage-Durchschnitt (SMA) dar.
