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Markt zwischen zwei Feuern gefangen

Kein Gutes kommt ohne etwas Schlechtes. Steigende Ölpreise und Renditen von US-Staatsanleihen haben den S&P 500 den zweiten Tag in Folge belastet. Dennoch verfügt der breite Index weiterhin über starke Trümpfe. Brent legte nach Berichten über Angriffe auf Energieinfrastruktur im Nahen Osten weiter zu, kurzfristige US-Treasury-Renditen sprangen nach oben, und die Geldmärkte bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung in diesem Monat nun mit über 50 %. In diesem Umfeld sind die Märkte gezwungen, sich auf die Inflation zu konzentrieren – und entscheidende Preisdaten werden in nur wenigen Tagen veröffentlicht.

Entwicklung der Aktienindizes

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Unterdessen versucht Treasury Chief Scott Bessent, das „Fieber“ am Anleihemarkt mit einem ausgeweiteten Treasury-Rückkaufprogramm zu dämpfen. Das Treasury hat keine exakten Volumina bekannt gegeben, aber RBC Capital Markets warnt, dass ein Rückkauf in Höhe von 4 Milliarden US‑Dollar die Anleger enttäuschen und die Renditen sogar weiter antreiben könnte. Das Basisszenario der Bank liegt bei 5–6 Milliarden US‑Dollar, und Morgan Stanley hält sogar eine Obergrenze von bis zu 10 Milliarden US‑Dollar für möglich. Die Größenordnung des Programms wird einen neuen Maßstab für zukünftige Käufe setzen und zeigen, wie ernst Bessent die aktuellen Treasury-Renditen nach den eilig verkündeten Maßnahmen im August nimmt.

Die Gewinnentwicklung ist jedoch ein noch stärkerer Faktor als die Geopolitik. Citigroup weist darauf hin, dass Analysten ihre Gewinnschätzungen für US-Unternehmen nun seit 21 Wochen in Folge angehoben haben – die längste Serie seit September 2021 – und damit den Boden für eine weitere potenziell rekordverdächtige Berichtssaison bereiten.

Gewinnrevisionen

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State Street Global Markets argumentiert, dass derzeit nicht die Makro-, sondern die Mikroebene die Aktienkurse antreibt. Das Unternehmen sieht ein starkes Gewinnwachstum, das die Anlegernachfrage befeuert, und wertet dies weder als Euphorie noch als Realitätsflucht. UBS ergänzt, dass die Gewinnschätzungen für den S&P 500 für das kommende Jahr in nur zwei Monaten um fast 4 % gestiegen sind – ein seltener und bedeutender Wandel.

Bemerkenswert ist, dass dieser Anstieg der Treasury-Renditen parallel zu einem stärkeren Wirtschaftswachstum verläuft und nicht nur aus Angst heraus. Das deutet darauf hin, dass Aktien höhere Zinsen verkraften können. HSBC ist der Ansicht, dass US-Aktien nicht so teuer sind, wie sie erscheinen: Die aktuellen Bewertungen spiegeln nicht das Ausmaß eines durch KI getriebenen Produktivitätsbooms wider, und die KGV-Lücke zu Europa hat sich verringert. Der S&P 500 wird mit etwa dem 19-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, verglichen mit rund dem 15-Fachen beim EuroStoxx 600.

Markt zwischen zwei Feuern gefangen

Der Markt hat somit eine realistische Chance, zwischen zwei Feuern zu stehen – Öl und Zinsen auf der einen Seite, Unternehmensgewinne und Treasury-Rückkäufe auf der anderen. Welche Flamme heißer brennen wird, entscheidet sich mit den Inflationsdaten am Freitag.

Aus technischer Sicht zeigt der Tageschart, dass sich der S&P 500 der unteren Begrenzung einer sich verengenden Keilformation nähert. Der Test der Unterstützung bei 7.670 Punkten ist entscheidend: Ein Durchbruch nach unten wäre ein Verkaufssignal, während eine Erholung von diesem Niveau ein Kaufsignal liefern würde.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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