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FX.co ★ EUR/USD – 14. September: EZB-Politik stützt den Euro nicht

EUR/USD – 14. September: EZB-Politik stützt den Euro nicht

Am Freitag setzte das Währungspaar EUR/USD seinen Rückgang in Richtung des 38,2%-Retracement-Levels bei 1,1564 fort. Eine Erholung von diesem Niveau würde den Euro begünstigen und einen Anstieg in Richtung des 23,6%-Retracement-Levels bei 1,1621 unterstützen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1564 würde es den Tradern ermöglichen, mit einer Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des 50,0%-Fibonacci-Levels bei 1,1519 zu rechnen.

EUR/USD – 14. September: EZB-Politik stützt den Euro nicht

Die Wellenstruktur im Stundenchart hat ins „bärische“ Lager gedreht. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das vorherige Hoch nicht überschreiten, während die jüngste Abwärtswelle das vorherige Tief durchbrochen hat. Die geopolitische Lage bleibt anhaltend negativ und kann sich in naher Zukunft jederzeit zuspitzen. Der Markt rechnet damit, dass das FOMC die Geldpolitik weiter straffen wird. Diese beiden Faktoren haben die Bären wieder auf den Plan gerufen.

Der Nachrichtenfluss am Freitag hat weder die Bullen noch die Bären unterstützt, und ich möchte zunächst an die Ereignisse vom Donnerstag erinnern. Meiner Ansicht nach waren und sind sie deutlich wichtiger als der US-Inflationsbericht. Die EZB hat sich entschieden, die Geldpolitik zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Monate zu straffen, während Christine Lagarde erklärte, sie erwarte in den kommenden Monaten einen Anstieg der Inflation. Die EZB hob ihre Inflationsprognosen für die Jahre 2026–2028 an und erklärte zudem, sie sei bereit, die Politik weiter zu verschärfen, sollte der Verbraucherpreisindex weiter steigen. Zur Erinnerung: Die Inflation in der Europäischen Union steigt bereits das ganze Jahr 2026, und eine einzelne Zinserhöhung konnte diesen Prozess nicht stoppen. Auch zwei Zinserhöhungen werden dies aller Voraussicht nach nicht schaffen, da der Ölpreis inzwischen wieder auf 110 US-Dollar je Barrel gestiegen ist. Damit hat die EZB klar eine „hawkishe“ Haltung eingenommen, die der Markt jedoch weitgehend ignoriert hat. Im Gegensatz dazu wurde der US-Inflationsbericht, der für August keine Veränderungen zeigte, als „grünes Licht“ für das FOMC gewertet. Nach Veröffentlichung dieses Berichts wurde der Markt noch sicherer, dass die Fed an diesem Mittwoch die Zügel weiter anziehen wird, was die Bären zu einer neuen Attacke veranlasste, in deren Folge der „bullische“ Trend gebrochen wurde.

EUR/USD – 14. September: EZB-Politik stützt den Euro nicht

Im 4-Stunden-Chart prallte das Paar vom 61,8%-Retracement-Niveau bei 1,1649 ab, drehte zugunsten des US-Dollar und begann, in Richtung des 38,2%-Fibonacci-Niveaus bei 1,1526 zu fallen. Ein Abprall von diesem Niveau würde den US-Dollar begünstigen und für eine Aufwärtsbewegung in Richtung 1,1649 sprechen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1526 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des nächsten 23,6%-Retracement-Niveaus bei 1,1449 erhöhen. In keinem der Indikatoren sind derzeit aufkommende Divergenzen zu beobachten.

Commitments of Traders (COT) Report:

EUR/USD – 14. September: EZB-Politik stützt den Euro nicht

In der letzten Berichts­woche haben professionelle Händler 4.968 Long-Positionen geschlossen und 12.723 Short-Positionen eröffnet. In den sieben Wochen im Februar und März verschwand der überwältigende Vorteil der Bullen aufgrund des Krieges im Iran, während sich die Situation in den vergangenen vierundzwanzig Wochen vor dem Hintergrund der Markthoffnungen auf ein Ende des Konflikts weiter ausgeglichen hat. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt derzeit bei 198.000, verglichen mit 241.000 Short-Positionen. Die Bären bleiben in Führung, doch ihr Vorteil verringert sich.

Langfristig zeigen die großen Marktteilnehmer insgesamt weiterhin erhebliches Interesse am Euro. Natürlich beeinflussen die unterschiedlichsten weltweiten Ereignisse, von denen es in den letzten Jahren viele gegeben hat, die Stimmung der Anleger. Der Markt beobachtet derzeit insbesondere die Lage im Nahen Osten sehr genau, wo der Krieg scheinbar endet, um dann doch wieder aufzuflammen. Allerdings bestimmt die Geopolitik nicht mehr allein das Schicksal des Dollars.

Nachrichtenkalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:

  • Europäische Union – Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde (15:15 UTC).

Am 14. September enthält der Wirtschafts­kalender nur einen Eintrag, der wenig Beachtung findet. Das wirtschaftliche Umfeld dürfte die Marktstimmung am Montag entweder gar nicht oder nur sehr geringfügig beeinflussen.

EUR/USD Prognose und Handelsempfehlungen:

Käufe des Währungspaares sind nach einem Abprall vom Niveau 1,1564 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1621 möglich. Verkaufstransaktionen waren nach einer Konsolidierung unterhalb von 1,1621 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1551 möglich. Das Ziel wurde erreicht. Neue Verkaufsmöglichkeiten ergeben sich bei einem Schlusskurs unterhalb von 1,1564 mit einem Ziel bei 1,1519.

Die Fibonacci-Raster sind im Stundenchart von 1,1325–1,1712 und im 4-Stunden-Chart von 1,1849–1,1325 gezogen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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