Bitcoin hat sich nach einem starken Anstieg auf 18.000 US-Dollar seit drei Wochen in einer Seitwärtsrange bewegt. Man sollte sich daran erinnern, dass Bitcoin in ausgeprägten Trends häufig Pausen einlegt und dann, auch ohne vorherige Korrektur, eine neue kräftige Bewegung zeigt. Daher bedeutet die aktuell ausbleibende Fortsetzung der Aufwärtsbewegung nicht, dass der lokale „Nord-Impuls“ bereits beendet ist. Allerdings ist dieser Impuls eben klar lokal. Im Tages-Chart (TF) befindet sich „digitales Gold“ deutlich in einem Seitwärtskanal. Und wir erinnern daran, dass sich eine Seitwärtsphase (Flat) auf jedem TF ausbilden kann. Handelt es sich um den Wochenchart, kann ein Flat über Jahre andauern. Am entscheidendsten ist: Bitcoin notiert derzeit nahe der oberen Begrenzung dieses Seitwärtskanals. Das bedeutet, es kann zu einer Abweichung kommen, wenn Liquidität über dem vorherigen Hoch abgeschöpft wird, oder zumindest zu einem einfachen Abpraller. In jedem Fall ist der Abwärtstrend nach wie vor intakt, was im Tages- wie auch im Wochen-Chart klar erkennbar ist.
In dieser Woche wird die Sitzung der Federal Reserve in den USA mit Sicherheit Einfluss auf den Bitcoin-Kurs haben. Derzeit gibt es weiterhin keine Gewissheit, dass die Fed die Geldpolitik tatsächlich straffen wird. Eine Anhebung am Mittwoch würde jedoch auf Bitcoin, den Kryptomarkt und alle Risikoanlagen drücken – insbesondere, wenn Kevin Warsh signalisiert, dass der Schritt im September nicht die einzige Straffungsmaßnahme in naher Zukunft bleiben könnte. Lässt die Fed den Leitzins hingegen unverändert, wäre das ein Rettungsanker für „digitales Gold“. Der Markt bewegt sich aktuell vollständig im Flat.
Gesamtbild BTC/USD im 1D-Chart

Auf dem Tages-Zeitrahmen setzt Bitcoin seinen Abwärtstrend fort und ist in eine Seitwärtsphase übergegangen. Die Trendstruktur ist als abwärtsgerichtet identifiziert, und die CHOCH-Linie liegt bei 82.800 $, wo sich das letzte LH (Lower High) gebildet hat. Erst oberhalb dieses Niveaus kann der Abwärtstrend als beendet gelten. Über weite Teile des Jahres 2026 hat sich das „digitale Gold“ zwischen 60.000 $ und 82.500 $ bewegt, was bedeutet, dass der Kurs möglicherweise die Liquidität oberhalb des letzten LH abgreift und dann eine neue Bewegung in Richtung der unteren Begrenzung des Seitwärtskanals beginnt.
Übergeordnetes BTC/USD-Bild im 4H-Chart

Auf dem 4-Stunden-Chart befindet sich Bitcoin ebenfalls klar in einer Seitwärtsphase und hat bereits zweimal Sell-side-Liquidität abgeholt, was zu einem Rückgang in Richtung der unteren Kanalbegrenzung geführt hat. An der unteren Begrenzung hat sich bisher weder eine Abweichung noch ein Kaufsignal gebildet, aber diese Zone könnte dennoch bald getestet werden. Solange sich der Preis innerhalb des Kanals von 75.600–81.200 US-Dollar bewegt, raten wir Tradern, ausschließlich von den Kanalgrenzen aus zu handeln. Interne Muster spielen derzeit keine Rolle.
Handelsempfehlungen für BTC/USD:
Bitcoin setzt trotz der starken Rallye Mitte August weiterhin einen Abwärtstrend fort. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US-Dollar (dem 61,8%-Fibonacci-Level des dreijährigen Aufwärtstrends), auch wenn dieses Niveau im Wesentlichen bereits angelaufen wurde. Wir gehen nicht davon aus, dass der Abwärtstrend beendet ist. Der jüngste Anstieg der führenden Kryptowährung ähnelt nur schwach einer Korrektur, was kein ausreichender Grund ist, Long-Positionen zu eröffnen. Aus dem Bereich des Hochs bei 82.850 US-Dollar könnte Liquidität abgeholt werden, was eine neue Abwärtswelle auslösen kann. Auf dem 4-Stunden-Chart könnten Long-Positionen in naher Zukunft relevant werden, falls sich im Bereich der Untergrenze des Seitwärtskanals eine Abweichung bildet.
Erklärungen zu den Abbildungen:
CHOCH – Change of Character, Richtungswechsel in der Marktstruktur.
Liquidity – Liquidität, Stop-Loss-Orders und Pending Orders, die Market Maker nutzen, um Positionen aufzubauen.
FVG – Fair Value Gap. Ein Kursbereich mit Ineffizienz. Der Preis durchläuft diese Zonen schnell, was auf das Fehlen einer Marktseite hindeutet. In der Folge neigt der Preis dazu, in diese Bereiche zurückzukehren und auf sie zu reagieren, um den übergeordneten Trend fortzusetzen.
IFVG – Inverted Fair Value Gap. Nach der Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Preis nicht, sondern durchbricht ihn impulsiv und testet ihn anschließend von der anderen Seite.
OB – Order Block. Die Kerze, in der ein Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität abzugreifen und anschließend eine eigene Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.
