Das Währungspaar EUR/USD bewegte sich am Dienstag seitwärts, und die Händler sahen keinen Anlass, vor der Fed-Sitzung Risikopositionen einzugehen. Damit hat der Euro ein bestimmtes Tief erreicht, von dem aus er sich erholen und einen neuen Aufwärtstrend beginnen könnte. Heute ist bei allen Handelssignalen Vorsicht geboten, da das Ergebnis der Fed-Sitzung am Abend bekannt gegeben wird und Schwankungen in beide Richtungen auslösen kann.

Die Wellenstruktur im Stundenchart ist bärisch geworden. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das vorherige Hoch nicht überwinden, während die letzte Abwärtswelle das vorherige Tief durchbrochen hat. Die geopolitischen Entwicklungen bleiben durchweg negativ und könnten sich in naher Zukunft weiter zuspitzen. Der Markt rechnet damit, dass das FOMC die Geldpolitik strafft. Diese beiden Faktoren haben die Bären zurück in den Markt gebracht.
Das fundamentale Umfeld war am Dienstag äußerst schwach, und die Marktteilnehmer zeigten weder Interesse an den Konjunkturerwartungsindizes für Europa und Deutschland noch am wöchentlichen ADP-Bericht. Heute hingegen wird es dem Markt an Informationen nicht mangeln. Am Abend wird das Ergebnis der Fed-Sitzung bekannt gegeben, und nach allen Anzeichen dürfte es hawkish ausfallen. Die Frage ist jedoch, wie hawkish es tatsächlich sein wird. Das Basisszenario eines Zinsschritts ist bereits eingepreist und im Markt abgebildet. Daher könnte nur ein noch stärker hawkish ausgerichteter Auftritt von Kevin Warsh und dem FOMC-Ausschuss den Bären ermöglichen, ihre Angriffe fortzusetzen und dem Dollar weiteren Auftrieb zu geben. Damit die Dollarkäufe anhalten, muss der Markt davon überzeugt sein, dass es im Jahr 2026 mindestens zwei weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik geben wird. Die Rhetorik von Kevin Warsh sollte vollständig auf den Kampf gegen die Inflation ausgerichtet sein, während das FOMC über den Dot Plot das Signal senden muss, dass die Zinsen weiter angehoben werden sollen. Ein bloßer Zinsschritt, begleitet von allgemein gehaltenen Kommentaren von Warsh, dürfte kaum ausreichen, um die Händler zum weiteren Kauf der US-Währung zu bewegen.

Im 4-Stunden-Chart prallte das Währungspaar vom 61,8%-Retracement-Niveau bei 1,1649 nach oben ab und fiel anschließend in Richtung des 38,2%-Fibonacci-Levels bei 1,1526. Ein erneuter Aufprall von diesem Niveau würde den Euro begünstigen und für einen Anstieg in Richtung 1,1649 sprechen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1526 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des nächsten Retracement-Levels von 23,6% bei 1,1449 erhöhen. Auf keinem der Indikatoren sind derzeit sich entwickelnde Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Trader 4.968 Long-Positionen und eröffneten 12.723 Short-Positionen. In den sieben Wochen im Februar und März ist der überwältigende Vorteil der Bullen infolge des Krieges im Iran verpufft, während sich die Lage in den vergangenen vierundzwanzig Wochen vor dem Hintergrund von Markterwartungen auf ein Ende des Konflikts weitgehend ausgeglichen hat. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt derzeit bei 198.000, die Zahl der Short-Positionen bei 241.000. Die Bären liegen nach wie vor vorn, doch ihr Vorteil schrumpft.
Auf lange Sicht zeigen die maßgeblichen Marktteilnehmer insgesamt weiterhin ein starkes Interesse am Euro. Natürlich wirken sich die vielfältigen Ereignisse rund um den Globus, an denen es in den vergangenen Jahren nicht gemangelt hat, auf die Stimmung der Investoren aus. Der Markt verfolgt derzeit insbesondere die Lage im Nahen Osten sehr genau, wo der Krieg sich abwechselnd seinem Ende zu nähern scheint und dann wieder aufflammt. Die Geopolitik allein bestimmt jedoch nicht mehr das Schicksal des Dollar.
Wirtschaftskalender USA und EU:
- EU – Veränderung der Industrieproduktion (09:00 UTC).
- USA – Veränderung der Einzelhandelsumsätze (12:30 UTC).
- EU – Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde (17:00 UTC).
- USA – Zinsentscheid des FOMC (18:00 UTC).
- USA – Zinsprojektionen („Dot Plot“) des FOMC (18:00 UTC).
- USA – Pressekonferenz des FOMC (18:30 UTC).
Am 16. September umfasst der Wirtschaftskalender sechs Termine, von denen ich lediglich diejenigen hervorheben möchte, die mit der Fed-Sitzung zusammenhängen. Der Einfluss des konjunkturellen Umfelds auf die Marktstimmung könnte am Mittwoch in der zweiten Tageshälfte stark ausfallen.
EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Ein Kauf des Währungspaares ist heute nach einem Abprall vom Niveau von 1,1519 im Stundenchart möglich, mit Kurszielen bei 1,1564 und 1,1621. Verkaufsgelegenheiten ergaben sich nach einer Konsolidierung unterhalb von 1,1621 im Stundenchart, mit Zielen bei 1,1551 und 1,1519. Diese Trades sollten inzwischen mit Gewinn geschlossen worden sein.
Die Fibonacci-Raster werden im Stundenchart von 1,1325–1,1712 und im 4‑Stunden-Chart von 1,1849–1,1325 gezogen.
