
Am Donnerstag trat das Währungspaar GBP/USD in eine Phase bärischer Konsolidierung unterhalb der runden Marke von 1,3400 ein. Anleger agieren vorsichtig und verzichten vor der Zinsentscheidung der Bank of England darauf, neue Positionen zu eröffnen.
Es wird erwartet, dass die BoE die Zinsen auf der September-Sitzung unverändert lässt. Der Fokus dürfte daher auf den anschließenden Signalen zum weiteren geldpolitischen Kurs liegen, vor dem Hintergrund höherer Energiepreise infolge des andauernden Konflikts im Nahen Osten. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 80 % für eine Zinserhöhung im November ein – die erste von vier erwarteten Anhebungen im kommenden Jahr. Allerdings können die Prognosen und Kommentare der BoE das Pfund spürbar beeinflussen und dem GBP/USD eine klare Richtung geben.
Einige Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die BoE den aktuellen Zinssatz beibehält, gleichzeitig aber auf das Risiko einer Anhebung im November hinweist.
Analysten von MUFG/BTMU rechnen damit, dass die BoE eine Entscheidung treffen wird, die sie als „ausreichend hawkish“ bezeichnen, während sie den Status quo beibehält: Die Notenbank dürfte die begleitende Erklärung nutzen, um auf die „Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im November hinzuweisen, falls die Energiepreise erhöht bleiben“. Es wird mit einem Abstimmungsergebnis von etwa 6:3 gerechnet, wobei MUFG/BTMU anmerken, dass eine knappere Verteilung von 5:4 überraschen könnte – insbesondere, da Deputy Governor Clare Lombardelli sich auf die Seite der Abweichler schlagen könnte.
Insgesamt erwarten MUFG/BTMU, dass die meisten Mitglieder des MPC trotz der Möglichkeit weiterer Straffung in diesem Jahr weiterhin einen „Abwarten-und-Beobachten“-Ansatz bevorzugen.
Vor dem Hintergrund der Notenbankereignisse konsolidiert der US-Dollar nahe seinen Hochs vom späten Juli, was dem Paar eine gewisse Unterstützung bietet und einen stärkeren Rückgang verhindert. Dennoch stützen der hawkishe Ton der Federal Reserve in Kombination mit den Risiken im Nahen Osten den Dollar als sicheren Hafen und begrenzen jegliche nennenswerten Erholungsversuche des GBP/USD.

Am Mittwoch hat die Fed die erwartete Zinserhöhung um 25 Basispunkte vorgenommen und signalisiert, dass in Kürze voraussichtlich eine weitere Anhebung folgen wird.
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran bleiben im Fokus und unterstreichen die geopolitischen Risiken, die den Dollar weiterhin als sicheren Hafen stützen. Der Pfad des geringsten Widerstands für GBP/USD zeigt weiterhin nach unten, und Erholungsversuche dürften auf Verkaufsinteresse treffen.
Aus technischer Sicht bestätigen die jüngsten Durchbrüche unter die wichtigen 200- und 100-Tage-SMAs die Abwärtsneigung und mahnen bei aggressiven Käufern zur Vorsicht.
Kurzfristig bleibt das Währungspaar bärisch und notiert unter dem 200-Tage-SMA bei 1,3455. Die Kassakurse sind zudem wieder unter den 100-Tage-SMA zurückgefallen, was das Aufwärtspotenzial begrenzt. Die nächste Unterstützung liegt beim Septembertief, mit einer weiteren Unterstützung bei 1,3340. Die Oszillatoren sind negativ und bestätigen den Vorteil der Bären sowie, dass der Pfad des geringsten Widerstands nach unten weist.
