Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland ist im September von 88,8 im August auf 89,9 gestiegen und markiert damit den vierten Anstieg in Folge. In dem Bericht heißt es, dass die Unternehmen die aktuelle Geschäftslage positiver bewerteten und sich die Erwartungen erneut verbessert haben – eine Entwicklung, die ifo-Präsident Clemens Fuest als anhaltende Erholung der deutschen Wirtschaft beschrieb. Der Euro legte zunächst nach der Veröffentlichung zu, konnte die Gewinne jedoch nicht halten. Die Märkte nahmen den Verkauf rasch wieder auf, und ausschlaggebend war dabei nicht die deutsche Datenlage selbst, sondern die anhaltende Stärke des US-Dollar.

Ein Blick in den Bericht zeigt, dass sich die Industrie erneut verbessert hat. Dazu trugen deutlich bessere Erwartungen bei, insbesondere im Bereich elektrische Ausrüstungen, auch wenn die Unternehmen die aktuelle Lage etwas schlechter beurteilten und mit ihren Auftragsbeständen weiterhin unzufrieden waren. Der Autosektor, so das Ifo, befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Phase – der Sektor-Saldo verbesserte sich im September auf -2,8 nach -4,2 im August, bleibt aber deutlich im negativen Bereich. Die zentrale Schlussfolgerung lautet: Je stärker der Autosektor hinter dem übrigen verarbeitenden Gewerbe zurückbleibt, desto schwächer ist das Argument für eine vollständige Erholung des deutschen Exportkerns, selbst wenn sich der Gesamtindex verbessert. Die Dienstleistungen kehrten dagegen in den positiven Bereich zurück, und die Handelsindikatoren zogen an. Das Baugewerbe verlief im Wesentlichen seitwärts.
All dies deutet darauf hin, dass die Umfrage eher auf einen echten, allmählichen Ausstieg aus einer längeren Schwächephase hinweist als auf eine bloß technische Gegenbewegung. Dennoch ist die verhaltene Reaktion des Euro aufschlussreich: Die Daten sind objektiv gut und fügen sich in die breitere Beschleunigung des Wachstums im Euroraum ein, die sich in den PMI-Daten für September zeigt, aber die Währung konnte ihre Gewinne nur kurzzeitig halten. Der Markt bewertet nicht die absolute Qualität der deutschen Zahlen, sondern ob sie ausreichen, um die starken US-Daten und die falkenhafte Rhetorik der Fed aufzuwiegen – und diese moderate Ifo-Verbesserung war dazu nicht genug. In diesem Umfeld bleibt der Dollar der dominierende Faktor für das Währungspaar. Solange sich die Lücke bei Wirtschaftsdynamik und Notenbankkommunikation über den Atlantik hinweg nicht schließt, laufen selbst positive deutsche Überraschungen Gefahr, im EUR/USD eher kurzfristige Episoden zu bleiben als den Beginn einer strukturellen Trendwende zu markieren.
Meiner Ansicht nach stärkt ein vierter Monat mit kontinuierlicher Ifo-Verbesserung, zusammen mit den September-PMI-Daten, nach und nach das fundamentale Bild des Euroraums. Das hat sich bislang jedoch noch nicht in einer nachhaltigen Unterstützung des Euro gegenüber dem Dollar niedergeschlagen. Setzt sich diese Entwicklung noch ein bis zwei Monate fort, könnte der Markt beginnen, sie konsistenter in der Währung einzupreisen. Vorerst ist jedoch die Dollarstärke der entscheidende Faktor, und die deutschen Daten spielen nur eine Nebenrolle.
EUR/USD – Technischer Ausblick
Käufer sollten anstreben, die Marke von 1,1615 zu überwinden. Erst dann würde sich ein Test von 1,1630 eröffnen. Von dort ist ein Anstieg auf 1,1650 möglich, auch wenn es ohne Unterstützung der großen Marktteilnehmer schwer werden dürfte, dieses Niveau zu erreichen. Auf der Unterseite rechne ich mit nennenswertem Käuferinteresse erst im Bereich um 1,1600. Bleiben dort Gebote aus, sollte man auf ein neues Tief bei 1,1580 warten oder Käufe bei 1,1560 in Erwägung ziehen.
GBP/USD – Technischer Ausblick
Pfund-Käufer müssen den unmittelbaren Widerstand bei 1,3530 überwinden, um 1,3565 ins Visier zu nehmen. Ein Ausbruch darüber wird schwierig, wobei 1,3585 das nächste erweiterte Ziel darstellt. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, bei 1,3495 die Kontrolle zu übernehmen. Ein Bruch unter dieses Niveau wäre ein schwerer Schlag für die Bullen und könnte GBP/USD auf 1,3474 drücken, mit Spielraum für eine Ausweitung der Abwärtsbewegung bis 1,3457.
