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FX.co ★ Geopolitischer Sturm treibt den Dollar in Richtung der wichtigen Marke von 100

Geopolitischer Sturm treibt den Dollar in Richtung der wichtigen Marke von 100

Geopolitischer Sturm treibt den Dollar in Richtung der wichtigen Marke von 100

*) siehe auch: InstaForex Handelsindikatoren für den USDX

Anfang März 2026 legt der US‑Dollar eine beeindruckende Rally hin und steht im Zentrum einer weltweiten „Flucht in sichere Häfen“. Die Eskalation im Nahen Osten, die faktische Blockade der Straße von Hormus und eine Neubewertung der Erwartungen an die Fed‑Geldpolitik haben ideale Bedingungen dafür geschaffen, dass sich die US‑Währung als vorrangiger Safe‑Haven‑Wert aufwertet.

Der US‑Dollar‑Index (USDX) ist zu Wochenbeginn innerhalb von zwei Tagen um fast 1,5 % nach oben gesprungen und hat vorübergehend 99,65 erreicht. Am 4. März konsolidiert sich der Index im Bereich von 98,70–99,30 und bereitet einen Ausbruch aus der wichtigen Widerstandszone bei 99,00 (EMA200 im Tageschart)–100,00 vor.

Geopolitischer Sturm treibt den Dollar in Richtung der wichtigen Marke von 100

Schlüsselfaktoren: perfekter Sturm für den US‑Dollar

  1. Geopolitischer Schock und Status als sicherer Hafen

Die Eskalation in der Konfrontation zwischen den USA, Israel und Iran hat einen kritischen Punkt erreicht. Nach koordinierten Angriffen auf iranische Ziele am Wochenende und dem berichteten Tod des Obersten Führers reagierte Teheran mit Angriffen auf US‑Basen in der Region. Eine entscheidende Entwicklung war die faktische Schließung der Straße von Hormus, durch die rund 20 % der weltweiten Öllieferungen transportiert werden.

US‑Präsident Donald Trump erklärte, die Marine werde Begleitschutz für Schiffe im Persischen Golf anbieten und bei Bedarf Tanker durch die Meerenge eskortieren. Die IRGC hat jedoch bestätigt, dass sie die Kontrolle über die Meerenge beibehält.

2. Ölschock und Inflationserwartungen

WTI ist über 76,50 USD je Barrel gestiegen (+2 % zum Vortag), während sich Brent der Marke von 83,00 USD nähert. Ölmarktanalysten warnen, dass Rohöl in einem Negativszenario 120–150 USD je Barrel erreichen könnte, was die Inflation rasant beschleunigen würde, selbst wenn sich die Konjunktur bereits abschwächt – wie in unserem Bericht „XAU/USD: why gold trades lower amid war in Middle East instead of growing.“ erläutert.

3. Falkenhafte Kehrtwende bei den Fed‑Zinserwartungen

Die steigenden Energiepreise verändern die Markterwartungen an die Geldpolitik grundlegend. Das CME FedWatch‑Tool weist derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 97 % dafür aus, dass die Leitzinsen auf der März‑Sitzung unverändert bleiben.

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Zugleich warnen Ökonomen, dass der jüngste Anstieg des USDX um 2 % innerhalb von zwei Sitzungen überhitzt wirkt und dass der technische Widerstand rund um die psychologisch wichtige Marke von 100,00 sich als stark erweisen könnte.

Kurzfristige technische Analyse

Der USDX testet derzeit einen kritischen Widerstandsbereich, der die Hoch- und Tiefpunkte seit Februar 2023 miteinander verbindet.

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Wichtiger Widerstand: 99,40 (EMA50 im Wochenchart)–100,00. Ein Ausbruch über diese Zone eröffnet den Weg zu 101,00 (EMA200 im Wochenchart) und bei deren Überschreiten weiter zu 102,00 und 105,00.

Wichtige Unterstützung: 98,12 (EMA200 im 1-Stunden-Chart), dann 97,84 (EMA200 im 4-Stunden-Chart)–97,00 sowie 96,85 (EMA200 im Monatschart). Ein Durchbruch nach unten würde den Index zurück in eine globale Bärenmarktzone führen.

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Ausblick: Wie geht es weiter?

Der USDX hat sich seit Mitte 2025 trotz einer Reihe globaler Schocks in einer Spanne von 96,20–100,30 bewegt.

Kurzfristszenario

Die kurzfristige Dollar-Entwicklung wird von drei Faktoren bestimmt:

  • Verlauf des Konflikts im Nahen Osten. Die Kommentare von Präsident Trump zu einer möglichen 4–5-wöchigen Militäroperation deuten auf eine potenziell langwierige Krise hin.
  • US-Makrodaten. Auf dem heutigen Kalender stehen der ADP-Bericht zu den Beschäftigtenzahlen im Privatsektor (Konsens: +50 Tsd.) und der ISM Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor.
  • Inflationserwartungen. Die ISM-Komponente „Prices Paid“ wird ein wichtiger Indikator für den Preisdruck sein.

Mittelfristige Risiken

Ökonomen warnen vor möglichen strukturellen Verschiebungen:

  • Eine anhaltende militärische Konfrontation könnte die globale Erholung bremsen
  • Steigende Benzinpreise in den USA (ein Gallone ist bereits auf 3,00 US-Dollar gestiegen und könnte sich bei zunehmenden Spannungen weiter verteuern) erhöhen die Risiken für die politische Stabilität im Vorfeld der Zwischenwahlen
  • Die Fed könnte gezwungen sein, zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsunterstützung zu wählen

Fazit

Der US-Dollar durchläuft eine entscheidende Bewährungsprobe. Der geopolitische Schock im Nahen Osten, die Blockade der Straße von Hormus und eine Neubewertung der Fed-Zinserwartungen haben einen kräftigen Rückenwind für die Währung geschaffen. Allerdings könnten der technische Widerstand im Bereich von 99,40–100,40 sowie zunehmende Stagflationsrisiken das Aufwärtspotenzial begrenzen.

Die kommenden Tage sind entscheidend: Ein Ausbruch über 100,00 würde den Weg zu Mehrmonatshochs ebnen, während ein Scheitern an dieser Marke den Dollar in die Konsolidierungsspanne von 96,00–98,00 zurückführen würde. Unabhängig vom Szenario ist mit hoher Volatilität zu rechnen, und Anleger sollten die geopolitische Entwicklung sowie die Signale der Fed zum weiteren Kurs der Geldpolitik genau verfolgen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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